„Gott, Doktor Überbein", sagte er bei einer kurzen Be-gegnung mit seinem Lehrer, „was soll ich mit ihm an-fangen? Er ist gewiß ein wilder, unverschämter Mensch."
Aber Doktor Überbein antwortete: „I, bewahre, KlausHeinrich, keine Besorgnis! Er ist ein ganz artigesMännchen. Ich kenne ihn, ich hospitiere ein bißchen inseinen Kreisen. Sie werden ausgezeichnet mit ihm fertigwerden."
So empfing denn Klaus Heinrich den Dichter derLebenslust, empfing ihn auf „Eremitage", um der Sacheeinen möglichst privaten Charakter zu geben. „Im gelbenZimmer", sagte er, „lieber Braunbart. Das ist in solchenFällen das präsentabelste." Es standen drei schöne Stühlein diesem Zimmer, die wohl das einzig Wertvolle unterdem Mobiliar des Schlößchens waren, schwere Empire-fauteuils in Mahagoni, mit schneckenförmig aufgerolltenArmlehnen und gelben Tuchbezügen, auf welche blaugrüneLeiern gestickt waren. Klaus Heinrich stellte sich nicht zurAudienz auf, bei dieser Gelegenheit, sondern wartete, ineiniger Unruhe, nebenan, bis Axel Martini seinerseitssieben oder acht Minuten lang im gelben Zimmer gewartethatte. Dann trat er lebhaft, fast eilig ein und schritt aufden Dichter zu, der sich tief verbeugte.
„Es macht mir großes Vergnügen, Sie kennen zulernen", sagte er, „lieber Herr . . . Herr Doktor, nichtwahr?"
„Nein, Königliche Hoheit", erwiderte Axel Martinimit asthmatischer Stimme, „nicht Doktor. Ich bin un-betitelt."
„O, Verzeihung ... ich nahm an . . . Setzen wirrr6