uns, lieber Herr Martini. Ich bin, wie gesagt, sehr er-freut, Sie zu Ihrem großen Erfolge beglückwünschen zukönnen. . ."
Herrn Martinis Mundwinkel machten eine zuckende Be-wegung nach unten. Er ließ sich an dem unbedeckten Tische,um dessen Platte eine Goldleiste lief, auf dem Rande einesder Mahagoniarmstühle nieder und kreuzte seine Füße, die inzersprungenen Lackstiefeln steckten. Er war im Frack undtrug gelbliche Glaceehandschuhe. Sein Halskragen war anden Ecken schadhaft. Er hatte ein wenig glotzende Augen,magere Wangen und einen dunkelblonden Schnurrbart, dergestutzt war wie eine Hecke. Sein Haupthaar war an denSchläfen schon stark ergraut, obgleich er dem Jahrbuchdes Maikampfes zufolge nicht mehr als dreißig Jahrezählte, und unterhalb der Augen glomm ihm eine Röte,die nicht auf Wohlsein deutete. Er antwortete auf KlausHeinrichs Glückwunsch: „KöniglicheHoheit sind sehr gütig.Es war ja kein schwerer Sieg. Es war vielleicht nichttaktvoll von mir, mich an dieser Konkurrenz zu beteiligen."
Das verstand Klaus Heinrich nicht; aber er sagte:„Ich habe Ihr Gedicht wiederholt mit großem Genußgelesen. Es scheint mir überaus gelungen, sowohl wasdas Versmaß als auch was die Reime betrifft. Unddann bringt es die Lebenslust vorzüglich zum Ausdruck."
Herr Martini verbeugte sich im Sitzen.
„Ihre Fertigkeit", fuhr Klaus Heinrich fort, „mußIhnen großes Vergnügen gewähren, — die schönste Er-holung . . . Welches ist Ihr Beruf, Herr Martini?"
Herr Martini deutete an, daß er nicht verstehe, beschriebgleichsam mit dem Oberkörper ein Fragezeichen.
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