kampf" beteiligt und war als Sieger daraus hervor-gegangen. Das Gedicht, das er vorgelegt hatte, ein be-geistertes Loblied auf die Lebenslust oder vielmehr einüberaus stürmischer Ausbruch der Lebenslust selbst, einhinreißender Hymnus auf des Lebens Schönheit undFurchtbarkeit, war im Stile seiner beiden Bücher gehaltenund hatte Zwietracht ins Richterkollegium getragen. DerOberregierungsrat selbst und der Professor für Philologiehatten es mit einer anerkennenden Erwähnung abspeisenwollen; denn sie fanden es maßlos im Ausdruck, roh inseiner Leidenschaft und stellenweise unumwunden anstößig.Aber der Professor für Literaturgeschichte zusammen mitden Redakteuren hatten sie überstimmt, nicht nur in Hin-sicht darauf, daß Martinis Beitrag das beste Gedicht andie Lebenslust darstelle, sondern auch bezüglich seines un-bedingten Vorranges, und schließlich hatten sich auch diebeiden Gegner dem Eindruck dieses schäumenden und be-täubenden Wortsturzes nicht entziehen können.
Axel Martini hatte also dreihundert Mark, eine goldeneBusennadel in Leierform und obendrein den silbernenPokal des Großherzogs erhalten, und sein Gedicht warim Jahrbuch an erster Stelle mit einer zeichnerischen Um-rahmung von der Künstlechand des Professors von Linde-mann abgedruckt worden. Es kam aber hinzu, daß derSitte gemäß der Sieger (oder die Siegerin) im „Mai-kampf" vom Großherzog in Audienz empfangen wurde;und da Albrecht gerade unpäßlich war, so siel auch dieserEmpfang seinem Bruder zu.
Klaus Heinrich fürchtete sich ein wenig vor HerrnMartini.
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