nicht wahr? Geschmackvoll war wesentlich anders! Ja,Überbein war der Name seiner Adoptiveltern gewesen,armer, alternder Leutchen aus der unteren Bankbeamten-sphäre, und er führte ihn nach Recht und Spruch. Aberdaß er Raoul genannt werde, darin hatte die einzige Be-stimmung und Vorschrift seiner Frau Mutter bestanden,als sie die Abfindungssumme nebst seiner fatalen kleinenPerson den Leutchen eingehändigt hatte, — eine senti-mentale Bestimmung offenbar, eine Bestimmung derPietät. Sehr möglich wenigstens, daß sein rechter undeigentlicher Vater Raoul geheißen hatte, und hoffentlichhatte sein Nachname in schönem Einklang damit gestanden.Übrigens war es eine ziemlich leichtsinnige Handlungs-weise seiner Pflegeeltern gewesen, ein Kind anzunehmen,denn „ein gewisser" Schmalhans war Küchenmeistergewesen bei Überbeins, und wahrscheinlich hatten sie nuraus einer dringenden Notlage nach der Abfindungs-summe gegriffen. Nur die dürftigste Schulbildung wardem Knaben zuteil geworden, aber er hatte sich die Frei-heit genommen, zu zeigen, wer er war, hatte sich einbißchen hervorgetan, und da er gern Lehrer werden wollte,so waren ihm aus einem öffentlichen Fonds die Mittelzur Seminarausbildung bewilligt worden. Nun, er hattedas Seminar absolviert, nicht ohne Auszeichnung übri-gens, denn es war ihm drauf angekommen, und dannhatte man ihn als Volksschullehrer angestellt, mit einemkolossalen Gehalt, wovon er noch hie und da aus Er-kenntlichkeit seine ehrlichen Pflegeeltern unterstützt hatte,bis sie beinahe gleichzeitig gestorben waren. Wohl ihnen!Da hatte er gestanden, allein in der Welt, ein Malheur
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