Er fand die Reitpferde schlecht, den Landauer schäbig, denGig in der Bauart veraltet; er murrte heimlich über dasEssen. Dagobert Graf Trümmerhauff, ein windhund-ähnlicher und feiner Knabe, dessen Rede ein Säuseln war,hielt zu ihm in allen Stücken.
Sie hatten ein Wort miteinander, das voll von demAusdruck ihres mäklichen und aristokratischen Wesenswar, und das sie mit einer schneidenden Kehlstimme gernund häufig verwandten: „Schweinerei". Es war eineSchweinerei, sich lose Kragen ans Hemd zu knüpfen.Es war eine Schweinerei, im gewöhnlichen Sacco-AnzugLawn-Tennis zu spielen. Aber Klaus Heinrich fühlte sichnicht zur Pflege dieses Wortes geboren. Er hatte bisherüberhaupt nicht gewußt, daß es Hemden mit angenähtenKragen gab und daß man soviele Anzüge auf einmalbesitzen könne wie Bogumil Prenzlau. Er hätte gern„Schweinerei" gesagt, aber ihm fiel ein, daß er zur selbenStunde gestopfte Strümpfe trug. Er fand sich unelegantneben Prenzlau und plump im Vergleich mit Trümmer-hauff. Trümmerhauff war edel wie ein Tier. Er hatteeine lange, spitze Nase mit messerscharfem Rücken undweiten, vibrierenden, dünnwandigen Nüstern, bläulicheAdern an seinen zarten Schläfen und winzige Ohren ohneLäppchen. Aus seinen weiten, farbigen Manschetten, diemit goldenen Kettenknöpfen geschlossen waren, kamen er-lesene Damenhände mit gewölbten Nägeln hervor, unddas Gelenk der einen war mit einem goldenen Armbandgeschmückt. Er säuselte mit halbgeschlossenen Augen .. -Nein, es war klar, daß Klaus Heinrich mit Trümmer-hauff an Vornehmheit nicht wetteifern konnte. Seine