Klaus Heinrichs Verhältnis zu den fünf Kameradenwar nicht innig zu nennen, es wollte zu eigentlicher Ver-trautheit nicht gedeihen. Er stand für sich, war niemalseiner von ihnen, ging schlechterdings in ihrer Anzahlnicht auf. Sie waren fünf, und er war einer; der Prinz,die Fünft und die Lehrer, das war die Anstalt. — Meh-rereS stand einer unbefangenen Freundschaft entgegen.Die Fünf waren Klaus Heinrichs wegen da, sie warenzur Gefährtschaft mit ihm befohlen, sie wurden in derStunde nicht mehr gefragt, wenn er falsch geantwortethatte, sie hatten sich bei Ritt und Spiel seiner Körper-beschaffenheit anzupaffen. Sie fanden sich auf den Vor-zug der Lebensgemeinschaft mit ihm bis zum Überdrußhingewieftn. Ein paar von ihnen, die jungen von Gum-plach, von Platow und von Wehrzahn, minder begüterteLandjunker, standen die ganze Zeit unter dem Eindruckdes beglückten Stolzes, den ihre Eltern an den Tag ge-legt hatten, als die Einladung des Hausministeriumsihnen zugegangen war, der Glückwünsche, die man ihnenvon allen Seiten dargebracht hatte. Graf Prenzlauandererseits, jener Dicke, Rothaarige, Sommersprossigemit der atemlosen Sprechweise lind dem Vornamen Bo-gumil, war ein Sproß der reichsten und adligsten Grund-besitzerfamilie des Landes, verwöhnt und voll Selbst-gefühl. Er wußte geuau, daß die Seinen die Aufforderungdes Barons von Knobelsdorff nicht wohl hatten auö-schlagen können, daß sie ihnen aber durchaus keine Him-melsgnade bedeutet hatte, und daß er, Graf Bogumil,auf den Gütern seines Vaters weit bester und standes-gemäßer Hütte leben können, als auf Schloß „Fasanerie".
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