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Königliche Hoheit : Roman
Entstehung
Seite
98
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herzogliche Hoheit daher, zu meiner Orientierung, bei un-willkommenen Fragen den Arm in ganzer Lange auszu-strecken, bei solchen aber, zu deren Lösung aufgefordertzu werden Ihnen angenehm wäre, ihn nur halbwegsund im rechten Winkel zu erheben." Was Doktor Über-bein betraf, so erfüllte er den Schulsaal mit einer schal-lenden Gesprächigkeit, deren Frohsinn das Gegenständ-liche unter sich ließ, ohne es aus den Augen zu lasten.Er hatte mit Klaus Heinrich keinerlei Vereinbarung ge-troffen, sondern befragte ihn, wann es ihm einfiel, mitfreier Freundlichkeit, ohne daß eine Verlegenheit darausentstand. Und Klaus Heinrichs wenig sachdienliche Ant-worten schienen Doktor Überbein zu entzücken, ihn zueiner heiteren Begeisterung Hinzureißen. „Ohoho!" riefer und legte lachend den Kopf hintüber... „O KlausHeinrich! O Prinzenblut! O Eure Ahnungslosigkeit!Des Lebens rauhe Problematik fand Sie unvorbereitet!Nun denn, mir umgetriebenem Manne steht es an, siezu entwirren." Und ergab selbst die Antwort; rief keinenanderen mehr auf, wenn Klaus Heinrich falsch geantwortethatte. — Die Unterrichtsweise der übrigen Lehrer trugeinen anspruchslos Vortragenden Charakter. Und Turn-lehrer Zotte hatte von hoher Stelle die Weisung, die kör-perlichen Exerzitien mit aller Rücksicht aufKlauS Heinrichslinke Hand zu leiten, — so zwar, daß nicht einmal desPrinzen eigene oder der andern Knaben Aufmerksamkeitunnötigerweise auf den kleinen Fehler gelenkt werde. DieLeibesübungen beschränkten sich also auf Laufspiele, undin der Reitstunde, die gleichfalls Herr Zotte erteilte, waralle Verwegenheit ausgeschlossen.