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(Oldenburg, Ostfriesland), Dusendtacken (Westfalen), Tausendblättche (Eifel), Ripplichrut (Aargau),Schäpsribbe, Schaoprippken (Westfalen), Schafrippe (rheinisch), Schoprebben (Elberfeld),Hunderribbe (Anhalt), Leiterlichrut (Schweiz), Mausleiterl (bayerisch»österreichisch). Audi dieNamen Katzenzohl (Eifel), Katzenschwanzl (Egerland) beziehen sich wohl auf die zarten Blätter(vgl. Equisetum Bd. I, pag. 53). Die weissen Blüten haben wahrscheinlich die Namen Grüttblöm (Mecklen-burg), Grützblume (Danzig) veranlasst. Da sich an den sonnigen Standorten der Schafgarbe oft Grillenaufhalten, heisst sie im Salzburgischen und in Niederösterreich auch Grill enkr au tgr a s. Bibhennerl»kraut nennt das Volk in Niederbayern unsere Pflanze, weil mit ihr die jungen „Bibhennen" (Truthühner)gefüttert werden. In der Volksmedizin erfreut sich die Schafgarbe grosser Beliebtheit (pag. 572) 5 daher wird sieauch Thee, Theekrout (Nördliches Braunschweig), Bauchwehkraut (Steiermark, Niederösterreich), B1 ut•,Blutstellkraut (Steiermark) genannt. Im Allgäu kommt die Pflanze in die „Sang" (der an Mariä Himmelfahrtgeweihte Kräuterbüschel) und heisst dort daher Zangebluma. Weiss Zangekraut. — Im romanischenGraubünden heisst die Schafgarbe pu 1 eg signuria (Engadin), flours = tgaval (Bravuogn), im Puschlavtrementina, erba trementina, in Gröden cautes, millefolie, in Pieve iciarimac, im Friauljerbe tajadore, jerbe tajaröle, im Tessin erba del tai, zerla (Losone), erba de foenj, centfoenj, im Wallis Quavuvaz atzsa, vibja (Zermatt), miefer (Unterwallis).
Pflanze ausdauernd, (10) 20 bis 80 cm hoch, aromatisch duftend. Wurzelstockkriechend, Blattsprosse und blühende Stengel treibend. Stengel aufrecht, meist einfach, reichbeblättert, + zerstreut lang wollig behaart. Laubblätter in der Jugend etwas wollig, spätermeist zerstreut behaart, ohne eingestochene Punkte, doppelt« bis 3=fach=fiederspaltig mit kurzlanzettlichen, 0,5 bis 1 mm breiten, zugespitzten Abschnitten; Blattspindel ungeflügelt, meistungezähnt. Köpfe 0,4 bis 0,6 mm breit, zu einem ziemlich flachen, meist reichköpfigen, end=ständigen Ebenstrauss verzweigt. Hülle eiförmig; Hüllblätter gelbgrün, hellbraun bisschwarz häutig berandet (Taf. 264, Fig. 2c). Scheibenblüten schmutzigweiss (Taf. 264, Fig. 2e);Zungenblüten in der Regel 5, halb so lang wie die Hülle, ungefähr so lang wie breit, vornmeist kurz dreizähnig (Taf. 264, Fig. 2d), weiss, selten lila» bis dunkelkarminrot. Früchtchenlänglich, silbergrau (am Rande weiss), zuweilen etwas gelblich, 1,8 bis 2 mm breit, am Randeseitlich kurz geflügelt (Fig. 277 b bis d). — VI bis XI.
Allgemein verbreitet und häufig auf Wiesen, Weiden, Lägern, Buschweiden, an Bahn»dämmen, Wegrändern, Rainen, auf lichtem Waldboden, Alluvionen, Geröll« und Felsfluren,zuweilen auch ruderal auf Aedcern, Feldern, Schutthaufen, Kohlenmeilern, in Gärten; vonder Ebene bis in die alpine Stufe, in Bayern bis 1860 m, in Tirol bis 2448 m (Hochjoch»Hospiz), in der Schweiz bis zirka 2400 (am Gornergrat im Wallis eine Kolonie nicht blühen»der Rosettenpflanzen noch bei 3100 m), im Jura bis 1550 m.
Allgemeine Verbreitung: Ganz Europa (nördlich bis Island, bis zu den Far»öernund bis zum Nordkap bis 71 0 10' nördl. Breite, nördlich vom Polarkreis jedoch nur als Begleiterdes Menschen und seiner Herden); Sibirien, westlicher Himalaya, Kaukasien, Nordpersien; ein»geschleppt in Nordamerika, in Neuseeland und in Südaustralien.
Der Formenkreis der äusserst vielgestaltigen Art ist noch sehr ungenügend bekannt. Abgesehenvon A. asplenifolia, A. selacea, A. tanacetifolia, die durch Uebergänge mit A. Millefolium verbunden sind unddaher auch als Unterarten derselben bewertet werden können, hier aber noch als eigene Arten beibehaltenwerden, ergeben sich folgende Unterarten s
1. subsp. Millefölium (L.) Hayek (= var. vulgaris Neilreich). Laubblätter länglich > lanzettlich;die unteren 2 bis 4 cm breit, 3-fach fiederteilig mit voneinander entfernten Abschnitten, die Endzipfel lineal.lanzettlich, ganzrandig, spitz, etwa 0,7 cm breit; die obern meist kleiner und weniger zerteilt als die untern(f. genuina Pospichal), seltener ebenso stark zerteilt (f. Legans Pospichal). Köpfe 5 mm lang, zueinem dichten Ebenstrauss vereinigt. Zungenblüten weiss oder rosenrot (f. r 6 s e a Desf.) bis purpurn(f. purpürea [Gouanj Schinz et Thellung), weiss und Strahlblüten dunkelrot (f. bicolor D. N. Christiansen).Hüllblätter schmal, hell, oder dunkelbraun berandet. Allgemein verbreitet. Hierher als Formen weiterf. s i 1 v a t i c a (Becker als Art). Pflanze kahl. Laubblätter breiter, mit deutlich verbreiterter, mituntermit einzelnen Zähnen versehener Blattspindel. Eine Standortsmodifikation feuchtschattiger Stellen. Eine invölliger Dunkelheit aufgewachsene, gänzlich etiolierte Form fand J. Briquet zwischen Steinen in den Seealpen