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DCCLIil. Achillea 1 ) L. Schafgarbe.
Ausdauernde, selten 1= oder 2=jährige Kräuter mit wechselständigen, meist ± fieder=teiligen, seltener mit einfachen, gesägten, zuweilen eingestochen punktierten Laubblättern.Köpfe klein bis mittelgross, meist in Doldentrauben, seltener (A. oxyloba) einzeln undendständig. Hülle + zylindrisch oder halbkugelig; Hüllblätter mehrreihig, dachziegeligangeordnet, häutig berandet (Fig. 279 b, c). Blütenboden hohl (Taf. 264-, Fig. 6 a) oder gewölbt,mit schmalen Spreublättern besetzt. Scheibenblüten zwitterig, weisslich oder gelb; Randblütenzungenförmig, meist ziemlich breit und kurz, weiblich, weiss, rosenrot oder gelb. Früchtchenstark zusammengedrückt, oben abgestutzt (Fig. 277 b bis d), nie deutlich gerippt oder gestreift,an allen Blüten gleichgestaltet. Pappus fehlend.
Die Gattung Achillea ist mit der Gattung Anthemis (Bd.Vl/l, pag. 535) nahe verwandt und vonderselben eigentlich nur durch die deutlich zusammengedrückten, an allen Blüten gleichgestaltelen Früchteverschieden. Wenn auch die meisten
Achillea »Arten durch die kleineren,doldentraubig angeordneten Köpfe vonden Anthemis.Arten habituell sehr starkabweichen, so gibt es doch auch einigeArten, die nur ein einzelnes, abergrösseres, endständiges Köpfchen be»sitzen und die dann im Habitus denAnthemis.Arten völlig gleichen. DieGattung umfasst gegen 100 Arten, diein der gemässigten Zone der alten Weltverbreitet sind, vorzüglich in den höherenGebirgen und im Mittelmeergebiet. InAmerika ist nur A. PtarmicoidesMartin (=A. Sibi'rica Ledeb.) ursprünglicheinheimisch, deren Areal von Ostasienbis ins pazifische Nordamerika reicht.
Neuerdings weist Heimerl (Oesterr.
Botan. Zeitschrift Bd. 71, 1922) nach, dass verschiedene bisher mit Unrecht zu Achillea gezogene Arten aus derGattung ausscheiden müssen. Auf Achillea trichophylla Schrenk (Zentralasien) wird die neue mono»typische Gattung Hand^lia gegründet. Andere Arten gehören zu Anthemis.
Die Gattung gliedert sich in die folgenden Sektionen i a) Ptärmica (Necker) Koch. Strahlblüten weib»lieh, 6 bis 25, weiss. Abschnitte der Laubblätter zur Spindel nicht schräg gestellt und gegenseitig sich nichtdeckend. Hieher nr. 474 bis 481; die übrigen Arten kommen hauptsächlich in den Gebirgen von Südeuropavor. — b) Millefölium (Adans.) Koch. Strahlblüten vorhanden, weiblich, weiss oder gelblich, nur 4 bis 6.Laubblätter wie bei der vorigen Sektion. Hieher nr. 482 bis 487. — c)FilipenduHnae Boissier. Wievorige Sektion, doch die Zungenblüten ausgesprochen gelb. Nr. 488. Die übrigen Arten vornehmlich im Orient.— d) Baboünya (DC.) Hoffm. Zungenblüten fehlend. Strahlenblüten ähnlich denen von Santolina. Stengel»blätter lanzettlich, gesägt. Hieher nur A. fragrantissima (Forsk.) Boissier, „Kessum", „Bahuneg", in Aegyptenund Vorderasien. — e) Santolinoidea DC. Blattabschnitte zur Mittelrippe schräg gestellt und sich gegen»seitig dachig deckend. Hüllschuppen am Grunde nicht gegliedert. Zahlreiche Arten in den südeuropäischenund vorderasiatischen Steppengebieten, so A. santolinoides Lag. in Spanien und Algier und A. Santo«I ina L. von Spanien bis Afghanistan, A. fa 1 cät a L. und A. teretifölia Willd. in Vorderasien. — f) Arthro«l £pis Boiss. Wie die vorige Sektion; doch die Köpfe grösser mit am Grunde abgegliederten Hüllblättern.3 Arten in Vorderasien, z. B. A. oligoc6phala DC.
In Mitteleuropa zeigen Achillea Millefölium und (die vielleicht nicht urwüchsige) A. Ptarmica, diebeide im gemässigten Europa und Asien (in Nordamerika nur eingeschleppt!) verbreitet sind, eine ziemlichallgemeine Verbreitung, während die osteuropäisch=sibirische A. cartilaginea mehr dem Osten angehört. Alssüdeuropäisch.pontisch können A. nobilis, A. setacea, A. virescens und A. tomentosa bezeichnet werden; A.
l ) Nach Achilles, dem Heros aus dem trojanischen Kriege, Schüler des Chiron benannt. Schonbei Hippokrates kommt cc%itäeios [Achilleios] als Pflanzenname vor, ebenso bei Dioskurides undPlinius. Die Beschreibungen dieser Schriftsteller lassen aber die Pflanzen nicht sicher erkennen.
Fig. 277. a Haare der Blattoberseite von Achillea Clavenae L. b bisFrüchtchen von Achillea Millefölium L. e Schnitt durch dasselbe.