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6,2 (1929) Dicotyledones : (V. Teil), Sympetalae (Schluss der Compositae)
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Tafel 264.

Fig. 1. Achillea Ptarmica (pag. 563). Blühen-der Spross.

1 a. Grundachse.

lb. Hüllblatt.

1 c. Röhrenblüte.

2 und 2a. Achillea Millefolium (pag. 569).

Habitus.

2b, c. Hüllblätter.

2d, e. Röhrenblüte.

2f. Früchtchen.

3. Achillea atrata (pag. 553). Habitus. 3a. Zungenblüte.

3 b. Röhrenblüte.

Fig. 4. Achillea moschala (pag. 555). Habitus.

4a. Früchtchen.

4b. Hüllblatt.

5. Achillea tomentosa (pag. 576). Habitus.

5a. Zungenblüte.

5b. Röhrenblüte.

, 6. Matricaria inodora (pag. 587). Blüten-spross.

6a. Schnitt durch das Köpfchen.

6b. Röhrenblüte.

6c. Früchtchen.

6d. Dasselbe durchschnitten.

In Deutschland nur adventiv in Ostpreussen (bei Rubinkowo) und auf Langeoog, angeblich auchfrüher bei München (vielleicht Verwechslung mit der daselbst öfter beobachteten A. tanacetifolia). In Oester«reich ziemlich verbreitet im südlichen Mähren (Bisenz, Wsetin, Nikolsburg, Wikosch, Gaya, Pausram, Czeitschusw.), in Niederösterreich (Marchfeld und südliches Wiener Becken), in Böhmen (bei Sadcka), in Oberöster.reich (Kirchschlag, Königswiesen, Seewalchen am Attersee), Steiermark (Altenmarkt bei Fürstenfeld, an derDrau bei Friedau), angeblich auch in Salzburg und Kärnten. In der Schweiz früher bei St. Moritz ange»geben (als Gartenflüchtling oder nur Verwechslung).

Allgemeine Verbreitung: Oesterreich=Ungarn, Serbien.

Diese Pflanze, die wohl nur eine pannonische Unterart der A. Millefolium darstellt, tritt in zweiFormen aufs var. crustäta (Kochel) (= var. typica Beck, = A. Millefolium var. crustata Kochel). Spindelder oberen Laubblätter breit geflügelt; Fiedern einfach gesägt, kürzer als die Breite der Spindel. var.scäbra (Host) Beck (= A. scabra Host). Spindel der oberen Laubblätter schmäler geflügelt; Fiedern längerals die Breite der Spindel, doppelt gesägt. Die häufigere Form.

484. Achillea Millefolium 1 ) L. Gemeine Schafgarbe. Franz.: Millefeuille, saigne=nez,sourcils de Venus, herbe ä charpentier, herbe ä la coupure, herbe de Saint Joseph, engl.:Milfoil, common yarrow, thousand leaf, nosebleed, old man's pepper; ital.s Millefoglio, erbada tagi, tagiola; erba militare, erba dai millefiori, erba per i cento tagli. Taf. 264, Fig. 2;

Fig. 277 b bis e und 293.

Der Name Schafgarbe (hier und da auch volkstümlich) bezieht sich in seinem ersten Bestandteilwohl darauf, dass die Pflanze gern von Schafen gefressen wird und häufig auf Schafweiden wächst, der zweiteBestandteilGarbe" (althochdeutsch garwa, angels. gearewe, engl, yarrow) ist nach seiner Bedeutung unsicher;er begegnet uns auch als Garbe (Gotha), Garbakraut (Schwäbische Alb), Garbe«Chrut (Schweiz).Gerreworzel (Nahegebiet) gehört wohl auch hierher. Den niederdeutschen Mundarten gehören an (vgl.dänisch röllike, schwedisch rölleka): Rölk, Relek, Rählk, plattdeutsch); Rolegg'n, Rulk (Münsterland),Relitz (Ahmark), Reis, Rils, Rüls, Redlse (Braunschweig), Reuelk (Alte Land), Reelergen (Achim),Releppe, Rolepper (Bassum in Hannover). Unsicher ist die Herkunft der bayerisch.österreichischen Be»nennungen Kachel, Kach'lkraut (Kärnten), Gachelkraut (Niederösterreich) und Schowo, Schab'ab(Böhmerwald). Die besonders im Mitteldeutschen gebrauchte Benennung Grensing (z.B. Nordthüringen,auch braunschweigisches Wesergebiet, Göttingen) kommt bereits im Althochdeutschen als grensinc vor, bedeute!aber hier meist Potentilla Anserina (vgl. Bd. IV/2, pag. 889), mit der die Schafgarbe entfernt ähnlich gefiederteBlätter gemeinsam hat; auch Gränsing, Gränseng, Gränsel (Gotha), Krinsing (Nordthüringen) gehörenhierher. Auf die Gestalt der Blatter (Umriss, zarte Fiederung, leiter. oder rippenähnliche Anordnung der Fiedern)nehmen Bezugs Schafzunge (Eifel), Gänsezunge (Schmalkalden), Lämmlizunge (St. Gallen), Dusendblad

l ) Von lat. mille = tausend und fölium = Blatt, alsoTausendblatt", nach den fein zerteilten Laub«blättern. Der Name wurde seit dem Altertum für recht verschiedenartige Pflanzen (z. B. auch Myriophyllumund Hottonia) angewandt. Unsere Art ist das Millifolium vulgare des Tragus und Clusius und das Mille«folium ma)us des Matthiolus. Schon Dloskurides erwähnt lat. millefolium als synonym von griech.,uiifiiogivÄXoi' [myriöphyllon] und «/t'Meiof [achilleios].