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6,2 (1929) Dicotyledones : (V. Teil), Sympetalae (Schluss der Compositae)
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W enn auch die Pflanze, z. B. in den norddeutschen Wiesenmooren (vgl. Bd. III, pag. 359), in denW eidengebüschen des Niederrheins (hier mit Barbaraea vulgaris und B. stricta, Chaerophyllum bulbosum,Veronica longifolia, Senecio fluviatilis, S. paludosus und S. erucifolius, Inula Britannica usw.) und im nördlichenAlpenvorland, wo sie besonders in den Molinieten mit Gentiana Pneumonanthe, Serratula tinctoria usw.auftritt, den Eindruck einer urwüchsigen Pflanze erweckt, ist dennoch ihr Indigenat in Mittel» und Nordeuropadurchaus fraglich. Wahrscheinlich ist sie in den meisten Gegenden nur als Heil» und Zierpflanze eingeführtworden und vollständig verwildert, wie dies ja auch bei zahlreichen amerikanischen Kräutern (z. B. Erigeron»und Solidago.Arten, Oenothera, Phytolacca, Sisyrinchium u. a.) der Fall ist. Ueber die Zeit der Einwanderung,die möglicherweise erst ins spätere Mittelalter fällt, da frühere Nachrichten fehlen, ist nichts genaues bekannt.

Die Nüsschen werden sehr wahrscheinlich, wie die von A. Millefolium endozoisch, besonders durch Pferde,verbreitet. Als Blütenbesucher werden nach Knuth vor allem Prosöpis.Arten (Maskenbienen) beobachtet, die

der Geruch der Pflanze anlockt.

Früher waren die Wurzel« und Blütenköpfe dieser Art (H6rba et Flöres Ptdrmicae) als Heil»mittel in Gebrauch. Die Wurzel, die ähnlich wie die echte Rädix Pyröthri wirken soll, schmeckt scharf gewürzigund diente gleich den frisch gesammelten Blütenköpfen als Niessmittel. Von Schmarotzer.Pilzen sind bekannt iL>'sibe cichoriaceärum (DC.), E. polygoni DC., Puccinia millefölii Fuck. und P. vulpinae Schroet., Ophiölobustanaceti (luck.), Pleöspora vulgäris Niessl, Schizothyrium ptärmicae Desm. Eine Mücke (Rhopalomyia ptärmicaeV allot) erzeugt an den Sprossspitzen der jungen Blütenstände weissliche, bis 30 mm grosse, behaarte, viel«kammerige Gallen, die von ^ gehemmten Laubblättern umgeben werden.

481.^ Achillea cartilaginea 1 ) Ledebour (= A. salicifölia Bess., = Ptärmica Ircutiäna DC.,P. cartilaginea Ledeb., = A. Ptarmica Bieb. non L.). Weidenblätterige Schafgarbe.

Polnisch: Kazoka. Fig. 290i bis n.

Pflanze ausdauernd, 15 bis 120 cm hoch, in der Tracht von A. Ptarmica, aber oftrobuster und ästiger. Grundachse kriechend. Stengel steif aufrecht, aber meist rispig=ästig,unten spärlich, oben dichter kurz behaart. Laubblätter matt», fast graugrün, sitzend, linealbis lanzettlich, am Grunde wenig verschmälert, spitz, scharf fein gesägt mit knorpelig ver=dickten, kaum nach einwärts gebogenen, an der Aussenseite etwas gesägten Sägezähnen,beiderseits reichlich eingestochen punktiert (Fig. 290n), ± behaart. Köpfchen 10 bis 12 mmireit, zu einem reichköpfigen, zusammengesetzten, endständigen Ebenstrauss vereinigt. Hüllefast halbkugelig; Hüllblätter behaart, bleich, rotbraun häutig berandet, die äusseren etwahalb so lang als das sich öffnende Köpfchen. Spreublätter lanzettlich, an der Spitze zottig.Scheibenblüten schmutzig^weiss, Zungenblüten 7 bis 8, breit elliptisch bis fast kreisrund,3,5 Ins 4,5 mm lang. Früchte 2 mm lang, zusammengedrückt, grau glänzend. VII bis IX.

r* ^ eiden 8 ebusci, > an Ufern, Nehrungen, Gräben, auf feuchten Wiesen, auf Schutt,meist auf Alluvialböden. Einzig in Nordostdeutschland. In Oesterreich und in derSchweiz ganz fehlend.

In Deutschland einzig vom Odertale ostwärts: in Posen, Ost« und Westpreussen und Branden,bürg, sowie im nördlichsten Schlesien bei Rotenburg (Läsgen, Saabor) und Auras bei Hammer, Dammerau,u awe ( ür arolath unsicher) und zwar fast ausschliesslich im Gebiete der grossen Flusstäler (Oder, Warthe,Netze Nogat, Weichsel, Memel), sowie an den Zuflüssen (Narew, Drewenz, Brahe, Liebe, Montau, am Kurischen a ' r ' s e Gehrung, seltener abseits der Ströme, wie bei Podelno (Kreis Schwetz), Schorellener Forst inpreussen, bei Eydtkuhnen, bei Poschloschen (Kreis Preussisch.Eylau) gartenflüchtig oder angebaut. Imnaten von Mannheim (1909) adventiv.

Allgemeine Verbreitung: Nordosteuropa bis Süd=Finnland, Estland, Nordostdeutsch»an , Galizien, Siebenbürgen und Südungarn (Lugos im Banat), Russland, Kaukasien, Sibirien.

Achillea cartilaginea unterscheidet sich von A. Ptarmica, abgesehen von den kleineren Köpfchen,M C ^ Urc ^ beidseits dicht eingestochen»punktierten Laubblätter. Diese Stellen erweisen sich nachax rütter als trichterförmige Vertiefungen, die am besten bei auffallendem Lichte zu sehen sind. In^ Vertiefungen befinden sich meist einige Papillen, welche wahrscheinlich Trichomgebilde darstellen. Diedie Ober» und Unterseite gleichmässig zerstreuten, angedrückten Haaren bestehen an ihrem Grunde aus

x ) Von lat. cartilägo = Knorpel; nach der Beschaffenheit der Laubblätter.