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Veronica bellidioides, Empetrum nigrum, Loiseleuria procumbens, Gentiana purpurea, Erigeron Atticus undE. alpinus, Hypodioeris uniflora, Senecio Carniolicus, Eriophorum Scheuchzerii und Juncus triglumis zu denbezeichnenden „Flyschpflanzen* des Allgaus gehört. Im Gebiete der Karnischen Alpen zählt Achillea macro.phylla zu den charakteristischen Bestandteilen der subalpinen Hochstaudenfluren, gleichwie Paradisia Liliastrum,Ordiis masculus subsp. speciosus (Bd. III, pag. 347), Ranunculus platanifolius, Geranium macrorrhizum, Libanotismontana var. pubescens, Laserpitum latifolium und L. Siler, Gentiana lutea, Horminum Pyrenaicum, Campanula thyrsoides, Crepis incarnata usw. In den Zentralalpen der Schweiz, wo sie auf den subalpinen a
gürtel beschränkt ist, erscheint diese schattenliebende,zartblätterige Pflanze allgemein auf fettem, humosemBoden in den Hochstaudenfluren und in den Alpen«erlenbeständen neben Calamagrostis tenella, Ade»nostyles Alliariae (Bd. VI/ 1, pag. 406), Mulgediumalpinum, Carduus Personata, Senecio nemorensis,
Aconitum paniculatum, Thalictrum aquilegifolium,
Stellaria nemorum, Saxifraga rotundifolia, Geraniumsilvaticum, Rumex arifolius, Chaerophyllum hirsutumusw. Am unteren Ende des Rhonegletschers bildetsie mit A. moschata, A. nana und A. atrata ingleitenden „goneoklinen" Reihen fruchtbare Bastarde,die früher als gute Arten (vgl. pag. 57S) beschriebenwurden. Spontane Selbstbestäubung ist leicht möglich.
480. Achillea Ptärmica 1 ) L. (= Ptarmicavulgaris DC.). Bertram«Schafgarbe,
Wilder Bertram, Deutscher Bertram. Franz.:
Erbe ä eternuer, bouton d'argent, achillee ster=nutatoire; engl.: Sneezewort, goose tongue,
Bastard oder European pellitory, faire madeof France; ital.: Tarmica, bottone d'argento,sterutella. Taf.264,Fig. 1;Fig.259,290a bish.
ZuWitt'n Orand (Altmark), Dorant(Nordböhmen, Kärnten), Turant (Nordböhmen),
Doran (Schmalkalden) vgl. Antirrhinum Orontium(Band VI/ 1, pag. 20). Der Name Orant (Dorant) wirdfür verschiedene Kräuter gebraucht, die nach demVolksglauben den Teufel (oder sonstigen Spuk) abwehren sollen (vgl. auch Plantanthera bifolia Bd. II, pag. 372).Aus dem Gesagten mögen sich auch die Bezeichnungen Düwelskrut (Westfalen) und weisser Dost(Neckarsulm) [vgl. Origanum vulgare] erklären. Nach der Gestalt und Farbe der Blüten nennt man die Pflanzeferner (teilweise namentlich für die Gartenformen mit gefüllten Köpfen geltend) t Silb erb 1 üm ch en (Weichsel,delta), Papierröschen (Gesenke), Schneeballen (Kärnten), Schneebällen (Zürich), Hemdeknäpp,Hembeknäbche, Hiemerknöppche [vgl. Anthemis tinctoria und Chrysanthum Leucanthemum] (Nahe,gebiet)i andere Bezeichnungen sind weisser Rafert [Rainfarn 5 vgl. Chrysanthemum Leucanthemum] (Nord,böhmen), Wasserkamillen (Westfalen im Siegenschen). Bertrammel (Teplitz), wilder Bertram (Bern)sind Verdeutschungen von pyrethrum (der echte Bertram ist der verwandte Anacyclus officinarum).
Pflanze ausdauernd, 20 bis 150 cm hoch. Grundachse holzig, kriechend. Stengelaufrecht, reichlich beblättert, einfach oder rispig=ästig, unten kahl, oberwärts behaart. Laub»blätter sitzend, lineal=lanzettlich, am Grunde kaum verschmälert, spitz, scharf fein gesägt mitetwas knorpelig=verdickten, einwärts gebogenen Sägezähnen (Fig. 290 g), oberseits nicht punktiert,
') Griech. nznQpjtxij |ptarmik£] von ntaiQBiv [ptairein] = niessen. Bei Dioskurides Name einer reich-verzweigten, Artemisia.ähnlichen Staude mit olivenähnlichem Laub und kleinen, Anthemis.ähnlichen Köpfen,die an felsigen und gebirgigen Orten wächst (was bei unserer in Griechenland ohnehin fehlenden Art niditzutrifft) und zu heftigem Niessen reizt. Sicher auf unsere Art beziehen sich: „Ptarmice" Fuchs, „Tanacetumalbum acutum" Bock, „Dracunculus pratensis serrato folio" C. Bauhin usw. Vor dem 16. Jahrhundert scheintdie Pflanze in Mitteleuropa unbekannt gewesen zu sein.