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6,2 (1929) Dicotyledones : (V. Teil), Sympetalae (Schluss der Compositae)
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479. Achillea macrophylla ') L. (= Ptärmica macrophylla DC.). GrossblätterigeSchaf»

garbe. Fig. 287 und 288.

Pflanze ausdauernd, 30 bis 100 cm hoch. Grundachse kriechend, knotig. Stengelfast stets einfach, beinahe kahl oder spärlich angedrückt»kurzhaarig. Laubblätter nicht punktiert,

dünn, oberseits dunkelgrün, unterseits bläulichgrün, mit hellenNerven, kahl oder zerstreut behaart; die unteren gestielt, dieoberen sitzend, im Umriss eiförmig, fiedersdinittig, jederseits mit4 bis 6 lanzettlichen, spitzen, unregelmässig grob=gesägten Ab»schnitten, am Grunde herablaufend; die obersten derselben mitdem Endlappen meist zusammenfliessend. Köpfe 10 bis 13 mmbreit, zu 6 bis 12 einen endständigen, 2,5 bis 4 cm breiten,weissen Ebenstrauss bildend. Hülle breit eiförmig, 5 mm lang;Hüllblätter locker weichhaarig, stumpf, schmal dunkel hautrandig.Spreublätter 5 mm lang, vorn eingerissen gezähnelt, an der Spitzebraunrot. Scheibenblüten weisslich; Zungenblüten meist 5 (bis 8),breit verkehrt=eiförmig (Fig. 287 b), 4 bis 5 mm lang, weiss.Früchte 2,5 mm lang, zusammengedrückt, grau. VII bis IX.

In Hochstaudenfluren, auf humusreichen, beschatteten Stellender Wälder, auf Waldblössen, in den Grünerlen», Alpenrosen» undKrummholzbeständen, in Karen, in feuchten, schattigen Schluchten,im Schatten überhängender Felsen der Alpen, zwischen 1200(selten schon bei 1000 m) und 2050 m (im Wallis bis 2050 m).In den Ostalpen selten bis fehlend (in Oesterreich nur in Tirolund Kärnten). Mit Vorliebe auf kalkarmer, lehmiger Unterlagewie Liasschiefer, Flysch, Verrucano, Urgestein, in den Westalpenauch auf reinem Kalk.

In Deutschland in den Bayerischen Alpen einzig im Allgäu aufLiasschiefer und Flysch. In Oesterreich zerstreut im Vorarlberg besondersverbreitet im Bregenzerwald, im Lech« und Arlberggebiet, weniger hervor»tretend im Montafun und im Raetikon (am Eingang ins Gross Vermunt bei1100 m), in Tirol noch im Gebiet der Lechtaleralpen auf dem Almajurjoch undMädelejoch, weiter östlich in den nördlichen Kalkalpen nicht mehr; im Gebietder Zentralalpen einzig im Ultentale und Maraunertale und auf dem Tonale»passj in den südlichen Kalkalpen in Judicarien, im Fassatale, den Primär»dolomiten und auf dem Kreuzberge bei Sexten; in Kärnten in den Frohn»und Luggauer Alpen, auf dem Zelon ober den Plöcken und im Valentintalebei Mauthen. In der Schweiz durch die Alpen ziemlich verbreitet, imBerninagebiet und im Unterengadin vollständig fehlend, im Engadin östlich bisZernez und Val Sesvenna. Ausserdem verwildert im Herrenberg und an derWerra (Limbich) bei Meiningen in Thüringen.

Allgemeine Verbreitung: Westliche und südlicheAlpen, nördlicher Apennin.

In den Bayerischen Alpen gehört A. macrophylla zu den Leitpflanzendes Allgäu, gleichwie Sesleria disticha, Trisetum spicatum, Carex frigida, Rumexnivalis, Anemone alpina subsp. sulphurea, Ranunculus glacialis, DianthusSilvester, Sieversia reptans, Sedum annuum und S. alpestre, Sempervivum arachnoideum und S. alpinum, Saxifragabryoides, Viola calcarata, Epilobium Fleischeri, Phyteuma betonicifolium, Gentiana purpurea, Cerinthe alpina,Hypochoeris uniflora, Eiigeron Atticus, Senecio Carniolicus und Hieracium intybaceum. Besonders verbreitetist die Art auf den Flyschbergen (Fellhorn, Schlappolt, Söllereck), wo sie mit Athyrium alpestre, Luzula spadicea,

') Griech. laxpos [makrösj = gross, lang und (pvXkov [phyllon] = Blatt. Die Art wurde bereits vonBarrelier, Boccone, Morison und Triumfetti beschrieben.

Fig. 287. Achillea macrophyllaL. a Habitus (*/s natürl. Grösse).b Zungenblüte.