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Bestäubung der stark duftenden Pflanze geschieht durch Falter, Fliegen, Bienen, selten auch durch Käfer. Beiausbleibendem Insektenbesuch erfolgt leicht spontane Selbstbestäubung, teils durch Hinabfallen des Pollens ausden Fegezacken auf die sich ausbreitenden Innenflächen der Narben, teils durch das Zurückrollen der Griffelästebis zur Berührung mit dem Griffelstamm. Von Monstrositäten können gelegentlich vergrünte Köpfchen beobachtetwerden (Fig. 281 i, k). Robert Keller hat den Einfluss bei veränderten Höhenlagen näher untersucht. Darnachzeigen Pflanzen aus dem Flussgeschiebe des Val Blenio (Tessin) von zirka 850 m Meereshöhe eine assimilierendeFläche der Laubblätter von etwa 160 Quadratmillimeter, solche vom Scopi (zirka 2700 m) eine solche von nurzirka 40 Quadratmillimeter. Die Flächen der Zunge der Strahlblüten verhalten sich wie 13 zu 6 Quadratmillimeter.
477. Achillea näna L. (= A. lanäta Lam. nec Spreng., = Ptärmica nana DC.). Zwerg»Schafgarbe, Gletscher»Schafgarbe. Franz.: Achillee naine. Fig. 285a bis c, 283 und 284.
Pflanze ausdauernd, 5 bis 10 (20) cm hoch, stark aromatisch. Wurzelstodc dünn, weithin
Stengel aufrecht, wollig»zottig, einfach.Laubblätter dicht wollig=zottig, drüsigpunktiert; die grundständigen und dieuntersten Stengelblätter gestielt, im Um»riss länglich, ± 20 bis 85 mm lang und5 bis 10 mm breit, 3= bis 5»rnal so langals breit, fiederschnittig mit 6 bis 12Paaren von fiederigen, 3= bis 5»spaltigenAbschnitten, mit kurzen, spitzen, in derWolle verborgenen Lappen; die oberenkurz gestielt oder sitzend, lineaMänglich,einfach fiederschnittig. Köpfe 8 bis 10 mmbreit, in einem dichten, 5 bis viel»köpfigen, anfangs fast kugeligen Eben*sträusschen. Hülle glockig (Fig. 285 b),5 mm lang; Hüllblätter dicht zottig(Fig. 285 c), an der Spitze schwarzhäutigberandet. Spreublätter 4 1 /a bis 5 mmlang, stumpf, an der Spitze bräunlich.Scheibenblüten schmutzig=weiss; Zungen»blüten zu 6 bis 8, 2'/* bis 3 mm lang,höchstens so lang als breit. Früchte keilförmig, zusammengedrückt, grau, glänzend, 1 bis5 mm lang. — VII bis IX.
An kalkarmen (selten und fast nur in der Nivalstufe auch auf kalkreichen) Felsen,Abwitterungs», Geröll» und Schutthalden, Moränen, Alluvionen, in Weide» und Schneetälchenrasender alpinen und nivalen Stufe der West», Süd» und Zentral a 1 p e n, meist nur zwischen 2100und 3100 m, nur auf Moränen und Bachalluvionen auch tiefer (in Tirol mehrfach bis 2840 m)und wohl auch höher, im Berninagebiet von 1740 bis 3260 m, im Tessin von 1350 bis 3130 m,im Wallis von 1700 bis 3320 m (Ober=Rothorn), in den Graitschen Alpen an der Grivola bis3800 m. Fehlt nördlich und östlich von Graubünden und Tirol.
In Tirol nur westlich der Etsch, am häufigsten in der Ortler. und Adamellogruppe, ferner auf derFasulhöhe zwischen Arlberg und Paznaun, am Campobrun und im Val Ronchi, angeblich auch auf dem MonteBalJo. Die Angabe aus Kärnten (Gössnitz bei Heiligenblut) ist wohl sicher unrichtig. — In der Schweiz inden Zentralmassiven, Penninischen und Rätischen Alpen (hier von J. J. Scheuchzer entdeckt) verbreitet undstellenweise sehr häufig, ganz vereinzelt auch bis in die Helvetischen und Rätischen Kalkalpen vorstossend(nördlich bis in die Waadtländer, Berner, Urner, Glarner, St. Galler, Oberländer und Mittelbündner Alpen),ausser auf kristallinem Gestein und Verrukano nur vereinzelt (z. B. in Unterwallis und in Graubünden) auchauf Kieselkalk, Bündnerschiefer und selbst auf reinem Kalk.
kriechend, Laubsprosse tragende Ausläufer treibend.
Fig. 283. Achillea nana L., auf einer Abwitterungshalde in den Zentral-alpen (Tessin). Phot. Dr. G. Hegi, München.