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1 (1829)
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Chelonia esculenta.

CIlELONLi (Seeschildkröte) Merrem , CHELONIA Sciiweigg., Brongn. u . A. z . Theil.

Füfse in Flossen verwandelt. Riickenschild von hornigen Schildern bedeckt.

CHELONIA ESCULE1NTA (*). Efsbare Seeschildkröte, Riesenschildkröle (z. Theil).

Franz. Tortue franche (z.T.). Engl. The green turtle (z.T.). Span. Tortuga franca (z T. ) Holland. Zeeschildpcid (z.T.)

Brasil. Jurucuja (z. T.).

Synonym. Chelonia esculenta. DIcrr. Syst. d. Amph. S. 18. — Testudo Mydas. Linn. S. N. (ver-schiedener Ausgaben) zum Theil. — Chelonia Mydas. Schwei gg. (**) Königsb. Arch.p. 291. z. Theil.

Wesentlicher Character (*"). Mittlere Slirnbeinschildclien zwei, vorn abgestutzt. Mitt-leres Scheitelschildchen etwas langgezogen-6-eckig, die beiden mittlem Hinterhauplsschildchen länglich-ungleich - sechseckig, mit drei nach vorn und drei nach hinten gerichteten Ecken. Rückenschildschwach-herzförmig-eiförmig, am hintersten Ende ausgerandet, braungrün mit brannrothen Flecken undStrichen. Mittlere Reihe der Schilder des Mittelfeldes des Rückenschildes ungekielt, die drei mittlemlanggezogen-sechseckig. Alle Schilder durch Haut von einander gesondert.

Beschreibung. Kopf ziemlich klein, fast viereckig, von der Seite, besonders vorn zusam-mengedrückt, an der Schnauzenspitze abgedacht, auf der Oberseite flach gewölbt, in der Mitte dersel-ben fast eben. Oberkiefer stumpf-dreieckig mit horizontalem, schneidenden, gezähnelten, vorn ausge-randeten Hornüberzuge. Nasenlöcher mit den Augen in einer Flucht. Unterkiefer vom Oberkielerumschlossen, ebenfalls mit horizontalem, gezähnelten Hornüberzuge. Kopf mit Ausschluss des Ober-kiefers, Zwischenkiefers und der Nasenhöhle mit Schildchen bedeckt. Nasenschildchen (a ä) zwei,länglich -sechseckig, von gleicher Gröfse, die drei vordem oder untern Ecken undeutlich. Stirnschikl-clien (bc de) vier. Die mittlem (bc) klein, fast gleich, nur das rechte (b) etwas kleiner, ungleich-seitig -länglich- viereckig, vorn breiter, die beiden seitlichen, last noch einmal so grofsen, breit-un-gleich-sechseckig, gleich gestaltet. Scheitelschildchen 3, die beiden seitlichen (fh) verschoben-6-eckig,ziemlich gleich gestaltet, mäfsig grofs, das mittlere (g) fast \ mal so grofs als eins der beiden seilli-

(') Wir wählen diesen Namen, tlieils Weil die von Merrem angegebenen Kennzeichen auf unsere Schildkröte passen,tlicils weil mehrere Schilder, die wir iu Berlin hei Restaurateurs sahen, zu Merrcm's und unserer efculenta gehören.Jedoch wagen wir nicht zu behaupten, dafs die Ch. esculenta Merr. eine hinreichend begrenzte Art sei und lassen daherauch noch Merrcm's zweifelhafte Synonyme weg. Testudo Mydas L. konnten wir sie nicht nennen, da diese Formmehrere Arten umfal'st. Herr Medizinalrath Otto ist in einer brieflichen gütigen Mittheilung geneigt, Chelonia viridis.Mydas sensu stricliori und esculenta für eine Art zu halten. Seine sehr zu beachtenden, auf vielseitige Erfahrungen ge-stützten Gründe sind folgende: Vergleichungen der gewöhnlichen, westindischen Seeschildkröte mit einer an der englischenKüste gefangenen , mit der Tortue franche , und mit Schildkröten aus dem Mittelrnecre ergaben nur individuelle Verschie-denheiten. Zweihundert von einem Koche in London gehaltene und von den Bahama-lnseln stammende Schildkrötenzeigten ihm, obgleich unzweifelhaft zu derselben Art gehörig, kleine Verschiedenheiten in der Farbe, Glätte, Rauhigkeit,und Convexität der Scliaale. Letzlere differirte auch nach dem Geschlecht, namentlich war sie bei den Weibchen stärker.

(**) Bei Schweigger (a. a. O.) findet man die Chelonien weniger gut, als man von einem Monographcu erwartensollte, cliarakterisirt.

(***) \Vi r geben ihn hier in Bezug auf mehrere Arten angehörige, von uns untersuchte Exemplare der Form CheloniaMydas L. (worunter Ch. virgata Dum. und noch einige andere Arten stecken, die nach Valencienne's mündlicher Ver-sicherung in der bald erscheinenden neuen Ausgabe des Cu vi ersehen regn. anim. characterisirt sind) und in Bezug aufCh. Cavuanna, imbricata und Caretta , die wir ebenfalls aus Autopsie kennen. Sollte die Chelonia esculenta Merrcm'sauch getrieben werden, so wird man die von uns beschriebene doch leicht und sicher unterbringen können, da wir unsbemüht haben eine möglichst vollständige Beschreibung, und selbst in den Einzelnlieiten (namentlich der Schilderform)genaue Abbildung zu liefern.