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2 (1913)
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213
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ZUR GESCHICHTE DES ALKOHOLS UND SEINES NAMENS 213

vitae" genannt werde, weil es als ausgezeichnetes Heilmitteldie Gesundheit fördere und das Leben verlängere, und vonanderenAqua permanens", unveränderliches Wasser. DiesesBeiwort gebraucht schon Plinius, um das Quecksilber alseine stets flüssig bleibende, unter keiner Bedingung festwerdende Masse zu kennzeichnen; hieraus wieder erklärt sichvermutlich der für Weingeist schon frühzeitig auftauchendeNameMercurius vegetabilis", pflanzliches Quecksilber. Ar-naldus betont auch, daß man den Weingeist in goldenen odergläsernen Gefäßen aufbewahren müsse, weil er die Eigenschafthabe, Gerüche und Geschmäcke aller Art anzuziehen, «undsich hierdurch in nachteiliger Weise zu verändern.

Was die Schriften des Raimund Lull (gest. 1314?) an-betrifft, so sind die chemischen zweifellos sämtlich erst spätervon seinen katalonischen und provenzalischen Schülern unter-geschoben. In ihnen erst wird mitgeteilt, daß man das Gefäß,in dem der kondensierte Weingeist aufgefangen wird, denRezipienten, in kaltes Wasser legen soll, ferner auch, daß manden Weingeist durch wiederholtes vorsichtiges Destillieren,durch sog. fraktionierte Destillation, sowie durch Zusatz vonkalziniertem Weinsteinsalz, d. i. Pottasche, erheblich verstärkenund schließlich ganz rein gewinnen kann, in welchem Zustandeer vollständig verbrennt, ohne Wasser oder einen sonstigenÜberrest zurückzulassen.

Im Laufe des 14. Jahrhunderts, hauptsächlich wohl imAnschluß an die große Pestepidemie von 1348,schwarzerTod" genannt, breitete sich die Kenntnis und die Anwendungdes noch sehr seltenen und kostspieligen Weingeistes ziemlichrasch in alle Länder aus, zunächst aus medizinischen Gründen;doch scheint um diese Zeit auch die Kunst erfunden zu sein,Alkohol aus Getreide herzustellen, wodurch er dann weitleichter erhältlich und viel billiger wurde, und allmählich auchden Zwecken des bloßen Genusses dienen konnte. In dieserHinsicht ist es erwähnenswert, daß gegen oder nach Ende