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2 (1913)
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206
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206 ZUR GESCHICHTE DES ALKOHOLS UND SEINES NAMENS

der Most aber nicht; nachdem er, seiner Gewohnheit gemäß,die Meinungen aller möglichen Schriftsteller untersucht undbesprochen hat, gelangt aber auch er zu keinem anderen Er-gebnisse, als dem soeben aus der Abhandlung des heiligenBasilius angeführten.

Auch dem syrischen und arabischen Zeitalter ist,entgegen den Ansichten von Kopp, Hoefer, und Berthelot,die Darstellung des Weingeistes unbekannt; aus den, auchmit Abbildungen ausgestatteten, ältesten syrischen Manu-skripten des 8. bis 11. Jahrhundertes ist zu ersehen, daß manzwar zu jener Zeit vervollkommnete Apparate des griechischenTypus besaß, die das Destillieren von Wasser, von allerleiwohlriechenden Wässern und Essenzen, u. a. auch von Rosen-wasser, gestatteten, daß diese aber noch keineswegs ermög-lichten, auch die Dämpfe einer so niedrig siedenden Flüssigkeitwie Alkohol überzutreiben und niederzuschlagen. Nicht seltenist in diesen Werken die Rede vomSchwitzen" der reagieren-den Körper, und eine Umsetzung gilt für vollendet, wenndas Schwitzen des Gefäßes aufhört und sich nichts mehr andem auf oder über ihm liegenden Deckel ansetzt; wie auchdieser Hinweis ersichtlich macht, fehlt es also immer noch aneiner ausreichenden Kühlvorrichtung. Die arabischenSchriften der sog.Treuen Brüder", die aus dem 9. oder10. Jahrhundert stammen, aber auf sehr viel ältere Quellenzurückgehen, erwähnen ebenfalls nur die Destillation desWassers, Rosenwassers, Essigs usf., nicht aber die des Weines.Die erste persische Pharmakopoe des Abu Mansur, dieungefähr 950 niedergeschrieben ist und durchaus auf den Über-lieferungen des 9. bis 10. Jahrhunderts beruht, kennt dieDestillation des Weines nicht; die des Wassers, das als destil-liertes Wasser zu pharmazeutischen Zwecken empfohlen wird, giltihr noch als sehr neu, und neu erscheint ihr auch die Kunst, dasMeerwasser zu destillieren, so daß die durch Stürme auf die hoheSee Verschlagenen fortan nicht mehr zu verdursten brauchen.