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2 (1913)
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204 ZUR GESCHICHTE DES ALKOHOLS UND SEINES NAMENS

im geringsten zu ahnen, daß dabei einer besonderer Bestandteildes Weines in Frage komme, und das Nämliche gilt auch fürdie von Plinius übermittelte Wahrnehmung, daß der Falerner,ein sehr starker italischer Wein, unter Umständen angezündetwerden könne. Die Behauptung, daß bei Aristoteles voneiner methodischen Destillation des Meerwassers die Rede sei,ist ebenfalls ganz irrtümlich, wie am besten daraus erhellt,daß nicht einmal sein Kommentator Alexander von Aphro-disias, der im 3. nachchristlichen Jahrhundert, also etwaein halbes Jahrtausend nach ihm lebte, über diesen Punktbessere Kenntnisse besitzt wie der Meister selbst. Was endlichPlinius und Dioskurides an einigen Stellen ihrer Werkeüber eine Art von Destillation oder vielmehr Sublimation be-richten, z. B. über die des Quecksilbers, das sich als ein Schweiß,Dunst oder Rauch ( ulövlr\ , sudor) an dem Ambix genanntenDeckel der benutzten Vorrichtung ansetzt, läßt nur ersehen,daß zwar bescheidene Anfänge praktischer Verfahren vorhandenwaren, von irgendwelchen vollkommeneren Apparaten abergar nicht die Rede sein kann.

Die griechischen Alchemisten, die während der erstenJahrhunderte unserer Zeitrechnung hauptsächlich zu Alexandrialebten und schrieben, kannten zwar bereits eine wirklicheDestillation, die übrigens von der Sublimation noch nicht scharfgetrennt wurde, und befanden sich auch im Besitze bedeutendverbesserter Gerätschaften, deren Abbildungen durch die histo-rischen Werke von Kopp und Berthelot bekannt gewordensind, aber diese Geräte waren, hauptsächlich wegen der voll-ständig ungenügenden, zuweilen sogar fast ganz mangelndenKühlvorrichtungen, unbrauchbar zur Behandlung niedrig sieden-der Flüssigkeiten; bis in die letzte Zeit der griechischen Al-chemie, also bis in das 6. und 7. Jahrhundert hinein, machtsich in dieser Hinsicht kaum ein merklicher Fortschritt bemerk-bar, so daß z. B. einer der letzten hellenistischen Autoren,Stephanos von Alexandria, nicht wesentlich besser unter-