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2 (1913)
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152
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152 CHEMISCHES UND ALCHEMISCHES AUS ARISTOTELES

und mit Übergehung wichtiger Momente vor, anderes unsicherund schwankend, wie denn seine Polemik gegen Piaton,dessen Sphäre er sich niemals gänzlich zu entziehen vermochte,zwar scharf, aber keineswegs klar und konsequent ist; unleug-bare Widersprüche schlichtet er nicht selten, und anscheinendmit völliger Sicherheit, auf dem Wege advokatorischer, jafast rabulistischer Dialektik, oder umgeht sie mit Hilfe vor-eiliger, auf allgemeinen Ähnlichkeiten und Analogien fußenderAnnahmen, wobei der Deduktion und der Konstruktion ausreinen Begriffen der Vorrang vor der Induktion und der Her-leitung aus den Tatsachen bleibt. Alledem zufolge ist Aristo-teles keinesfalls ein Naturforscher im heutigen Sinne und ge-wiß kein Experimentator, sondern nur ein Beobachter, der esaber häufig sowohl mit den Beobachtungen als auch mit derenDeutungen nicht kritisch genug nimmt. Doch ist zuzugeben,daß einige seiner Ansichten, u. a. die Verwandlung von Wasserin Luft und Luft in Wasser, das völlige Verschwinden einesTropfens Weins in zehntausend Kannen Wasser, das Statt-finden der Urzeugung usf., auf damals (und noch weit später!)wirklich wohlberechtigten Beobachtungen zu beruhen schienen,und daß andere, wie z. B. die Lehren von den Elementen, vonder verschiedenen Temperatur der Körperteile, und von derStellung der Erde im Weltmittelpunkte, seitens der hervor-ragendsten medizinischen und astronomischen Fachmännerdurchaus geteilt wurden: die geozentrische Theorie verteidigtez. B. nicht nur Eudoxos aus Knidos im 4., sondern auchnoch der große Hipparchos im 2. Jahrhundert v. Chr., undzwar, nach A. von Humboldt, insofern mit Recht, als sie,solange die rein geometrische Betrachtung der Himmels-bewegungen alleinherrschend blieb, für deren Erklärung diemannigfachsten Vorteile bot.

Als sich, auf diesem Gebiete, wie auf allen anderen, imLaufe der Zeiten ein ungeheures neues Tatsachenmaterialangesammelt hatte, da wäre es freilich geboten gewesen, dem