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2 (1913)
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151
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CHEMISCHES UND ALCHEMISCHES AUS ARISTOTELES 151

Medizin, Astronomie, Chemie, und alle anderen, dem helle-nistischen Boden in neuer oder erneuerter Forin entkeimendenWissenschaften erfüllte, und genau wie jene unzähligenanderen Widersprüche so wurde auch dieser hingenommen,kaum mehr bemerkt, jedenfalls nicht weiter erörtert, undkraft derAutorität der Schule" kritiklos von einer Generationauf die andere vererbt.

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Der Einfluß der aristotelischen Lehren auf die Entwick-lung der Chemie war, wie die im vorstehenden angeführtenTatsachen beweisen, ein ebenso tiefgehender wie nachhaltiger,gereichte ihr aber keineswegs stets zum Vorteile, und wurdedaher schon oft und wiederholt als ein, die Wissenschaft ge-radezu schädigender und hemmender, mit den schärfsten Wortenverurteilt. Der historisch geschulte Sinn wird indessen in solchevernichtende Kritik" nicht ohne weiteres einzustimmen, viel-mehr richtiger die Frage aufzuwerfen haben, welchen Ursachender beispiellose Erfolg jener Lehren zuzuschreiben ist, undzwar trotz ihrer Schwächen und Fehler?

Was die letzteren betrifft, so ist schon weiter oben her-vorgehoben worden, daß Aristoteles zwar im Vollbesitzeder richtigen Grundsätze der Naturforschung war, sie abernicht folgerichtig anzuwenden wußte, und in zahlreichen Fällenschwer gegen sie verstieß. Vor allem tritt Aristoteles, so-weit die Mängel der Überlieferung ein Urteil gestatten,keineswegsohne vorgefaßte Meinungen" an die Dinge heran;er berücksichtigte, mit kaum zu entschuldigender Vorliebe,diehergebrachten Ansichten Früherer", dieallgemeine Mei-nung", sowie denSprachgebrauch"; er erörtert zwar die Ge-schichte aller Hauptprobleme, geht aber dabei über bedeut-same Leistungen seiner Vorgänger in einer Weise hinweg, dieihn häufig als übermäßig konservativ, zuweilen sogar rück-ständig erscheinen läßt; er trägt manches unzusammenhängend