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2 (1913)
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144 CHEMISCHES UND ALCHEMISCHES AUS ARISTOTELES

das alle Dinge im Innersten zusammenhält, 1 als ihre Quintessenz,ihr Lebensgeist (Spiritus vitae), ihre Seele; dafür, wie durchEinwirkung des Logos auf die Materie ein bestimmter neuerStoff, ein Individuum selbständiger Art, hervorgeht, wird alsSchulbeispiel die Umwandlung des Kupfers in Bronze durchdas Zinn nach Aristoteles angeführt. 2 Unter Bezugnahmeauf den menschlichen Logos, d. i. Vernunft und Sprache, dieeinst die Götter den Menschen durch ihren geflügelten BotenHermes (Merkur) vom Himmel herabsandten, wird schließlicherst dieser Logos, dann aber der Logos überhaupt, mitHermes (Merkur) identifiziert (Hermes logios und psycho-pompos").

Die Neu-Pythagoräer (etwa von 100 v. Chr. an)setzten ebenfalls zwei Prinzipien voraus, die passive Hyleund den aktiven Logos, und ließen die Logoi, als Qualitätender Dinge, zusammenfallen mit denFormen" des Aristo-teles, denIdeen" des Piaton, und denZahlen" desPytha-goras. Ebenso lehrte die Alexandrinische Schule, undihr Hauptvertreter Philon von Alexandria (gest. um50 n. Chr.), deren Bemühungen auf Vereinigung alttestamen-tarisch-theologischer und griechisch-philosophischer Anschau-ungen gerichtet waren, die Übereinstimmung der platonischenIdeen mit der Logoslehre, und sahen den Logos zugleichals Äther und xvevua O -eiov (= pneuma theion, göttlichesPneuma) an; da sie es als der Gottheit unwürdig befanden,sich selbst mit der gemeinen Materie zu befassen, so über-trugen sie die Weltenbildung dergestaltenden Kraft" derLogoi, die sie für wesensgleich teils mit dem platonischenDemiurgen, teils mit den heidnischen Dämonen, teils mit denjüdischen Engeln erklärten, und deren Aufgabe es war, die

1 Daher gibt noch Faust als Zweck seines Studiums der Magie an:

Daß ich erkenne, was die Welt Im Innersten zusammenhält, Schau alleWirkenskraft und Samen, Und tu' nicht mehr mit Worten kramen" (GoethesFaust", Vers 382ff.). 2 Heinze, a. a. O., S. 118.