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2 (1913)
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133
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CHEMISCHES UND ALCHEMISCHES AUS ARISTOTELES 133

Zusammenhang zwischen Atmung und Wärmeproduktion wirdbestritten: soll doch der Zweck der Atmung allein die Ab-kühlung des heißen Herzblutes sein, weshalb die im Wasserlebenden Tiere, denen Luft nicht zur Verfügung steht, dieseKühlung durch Einziehen von Wasser bewirken müssen.

Sehr bedeutsam ist die Erkenntnis von der Vermittlungdes Sehens und Hörens durch die „Luft", als durch ein Medium,das Licht und Schall vermöge eines Bewegungsvorganges fort-pflanzt; die Erwähnung der, wenn auch sehr unvollkommenenHör- oder Sprachrohre dürfte die älteste in der Literatur nach-weisbare sein; richtig ist auch die Erklärung des Echos, sowieauch die der deutlicheren Schallwahrnehmung während derNacht, — die noch Alexander von Humboldt als eine vonihm neuentdeckte vorträgt.

Die Schilderung, die Aristoteles vom Verhalten desWassers beim Erhitzen und Kochen gibt, ist sichtlich vonder Bemühung getragen, dasjenige zu unterscheiden, was wirheute als Dampf und als Gas bezeichnen, ohne daß er jedochdieses, auch an mehreren anderen Stellen angestrebte Zielirgendwie zu erreichen vermöchte. Zutreffend beobachtet istdie gewaltige Veränderung des Volumens bei der Verdampfung,sowie bei Rückbildung von Wasser beim Verdichten desDampfes; Kenntnis von der eigentlichen Destillation, die manihm hat zuschreiben wollen, besitzt aber Aristoteles inkeiner Weise (s. auch weiter unten). — Richtig ist die an-schauliche, noch in Goethes „Gesang der Geister über demWasser" deutlich wiederklingende Beschreibung vom Kreis-laufe des Wassers, von der Tau- und Reifbildung im Zu-sammenhange mit der stärkeren Wärmeausstrahlung der Erdewährend klarer und windstiller Nächte, und von der Ent-stehung der kalten und heißen Quellen; die Einflüsse derNiederschlagsmengen finden hierbei gebührende Würdigung undführen zum Gedanken des Regenmessers.

Durchaus willkürlich behandelt ist die, allerdings sehr