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2 (1913)
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131
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CHEMISCHES UND ALCHEM1SCHES AUS ARISTOTELES 131

und erleidend bezeichnet wird, so schreiben ihm doch einzelneStellen auch wieder ganz positive Eigenschaften zu, u. a. dasstete Verlangen, nach seinem natürlichen Orte zurückzukehren,sowie die Fähigkeit, den Zwecken der Natur mit kleineremoder größerem Erfolge Widerstand zu leisten; die Spuren diesesletzteren treten dann oft in Gestalt von Mißbildungen undMißgeburten zutage, von denen es freilich auch wieder heißt,„sie seien nicht wider die Natur, sondern nur wider den ge-wöhnlichen Verlauf der Dinge". 1

Von großer Bedeutung ist die Scheidung zwischen„Mischung" und „Verbindung" (in modernem Sinne ge-nommen), die richtige Erkenntnis vom Wesen der chemischenVerbindung, die sogar als Gleichgewichtszustand aufgefaßtwird, die Bemerkung, daß die flüssigen Stoffe am leichtestenaufeinander einwirken, — hierher stammt zweifellos der Satz„corpora non agunt nisi fluida" (die Körper reagieren nur inflüssigem Zustande) , endlich die, freilich noch sehr undeut-liche Vorstellung, daß Verbindungen stets bestimmte Mengenihrer Bestandteile enthalten; alle näheren Angaben in dieserRichtung sind aber wiederum unzureichend und willkürlich.

Was die Erklärungen über die einzelnen Elemente betrifft,so fällt es zunächst auf, in wie oberflächlicher Weise zuweilenüber gewisse Widersprüche tiefgreifender Natur hinweggegangenwird: denn soll z. B. im Wasser nicht die Kälte, sondern dieFeuchtigkeit vorherrschen, das Feuer kein eigentliches Elementsein, und der Äther mit dem Feuer zusammenfallen, so ent-stehen in der ganzen Architektonik des aristotelischen Systemsdie gefärhrlichsten Risse; aber kein Wort weist auf diese hin,und ebensowenig wird der geringste Versuch gemacht, derleibedenklichen Ausführungen gegenüber die Einheitlichkeit desLehrgebäudes als gewahrt zu erweisen.

Hinsichtlich des Feuers bleibt es bemerkenswert, daßdie Sonne und die Gestirne nicht selbst heiß sein, sondern diei Z. IV, 63.

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