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2 (1913)
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126
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126 CHEMISCHES UND ALCHEM1SCHES AUS ARISTOTELES

Weitere Stoffe, die sich aus den Körpersäften verschiedenerTiere bilden, sind das Eiweiß der Eier, das beim Erwärmengerinnt, 1 der Leim, jene schlüpfrige feuchte Masse, die manaus Rinderhäuten u. dgl. darstellt, 2 und die Seide, die denKokons eines auf der Insel Kos lebenden Schmetterlings ent-stammt. 3

Die merkwürdigste und wichtigste Ausscheidung aus demBlute ist der Samen, dessen charakteristischer Bestandteilder warme, lebenerregende, ätherische' Luftgeist, das Pneuma,bildet, der aber auch Wässeriges und Erdiges enthält, und sovor Augen stellt, wie Erde nicht nur zu einem Erz umgestaltetwerden kann, sondern auch zu einem Menschen; 4 je stark-knochiger ein Tier, desto erdartiger muß der Samen sein, daßaber jener des Elefanten zu einer bernsteinähnlichen Masseerhärte, ist eine von Ktesias verbreitete Fabel. 5 Bei der Be-fruchtung ist das Weibchen der passive, empfangende Teil,und bietet in den Katamenien nur den Stoff dar, während dasMännchen den aktiven und wirksamen Teil darstellt, und denAnstoß zur Entwicklung gibt; 6 die Art der Einwirkung desmännlichen Prinzipes auf das weibliche bei der Befruchtunggleicht jener des gerinnen-machenden Labes auf die Milch. 7Durch den Samen gelangen angeborene, aber auch erworbeneEigenschaften zur Vererbung, und zwar auch solche frühererVorfahren, wobei indes nicht selten einzelne Generationenübersprungen werden; 8 diese Erscheinung läßt sich allein durchdas Vorhandensein potentieller Anlagen erklären, die erst beieinem späteren Geschlechte wieder aktuell hervortreten. 9

Die Erfahrung, daß auch geistige Eigenschaften vererbtwerden, bestätigt die wichtige Tatsache, daß „Körper" und„Geist" durchaus und auf das Innigste zusammenhängen, nichtweil sie miteinander kombiniert sind, — eine solche Kom-

1 Z. III, 40; Zo. VI, 2. 2 Zo. III, 11. 3 Zo. V, 19. 4 Z. II, 37;

Met. IX, 7. 8 Z. II, 39; Zo. II, 22. 8 Z. I, 96; II, 61 und 69. 7 Z. I,

88; IV, 72. 8 Z. I, 35-37; Zo. VII, 6. 9 Z. IV, 53.