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2 (1913)
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127
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CHEMISCHES UND ALCHEMISCHES AUS ARISTOTELES 127

bination bliebe auch selbst wieder unerklärlich —, sondernweil sie eine Einheit bilden, in dem Sinne, daß der Leib alsdas Werkzeug (Organon) der Seele funktioniert. Daß gewisseTiere, auch wenn man sie zerschneidet, in jedem Teile weiter-leben (gleich Stecklingen von Pflanzen), daß körperliche undgeistige Zustände sich in weitgehender Art gegenseitig be-einflussen, daß man Geisteskrankheiten durch Heilmittel zubekämpfen und zu bessern vermag, die doch nur auf denKörper einwirken, — diese und ähnliche Betrachtungen zeigen,in wie innigem Verbände Seelisches und Leibliches stehen. 1Verschieden erscheinen sie überhaupt nur je nach dem Stand-punkte des Zuschauers: den Zorn z. B. wird der nur auf dasÄußerliche Sehende, der „Physikus", als ein Aufbrausen desheißen Herzblutes erklären, hingegen der das Innere Betrach-tende, der Psychiker, als Begierde nach Rache oder Wieder-vergeltung; 2 für die bloße äußere Anschauung ergäbe sich auchdie Röte der Gesundheit als identisch mit jener der Scham. 3

Als Werkzeuge, Organe, funktionieren auch die Sinnes-organe, namentlich Auge und Ohr, die dem Gehirne sehr nahestehen, ja, wie das feuchte, wässerige und daher durchsichtigeAuge, unmittelbar aus ihm hervorgehen; 4 sie nehmen die Be-wegungen der Luft auf, und ermöglichen so das Sehen undHören, aber das, was man sieht und hört (d. h. nicht dieübermittelten Bewegungen, sondern Bilder und Töne),bewirken sie nicht. 5

Schlußbetrachtung. 61

Wie die Weltmonarchie nach dem Hinscheiden Alexandersdes Großen, so zerfiel das Reich des Wissens nach demTode des Aristoteles; Philosophie und Naturkunde, die

1 S. I, 4 und 5; II, 2; Pg. I, 4. 2 S. II, 1. 3 Kat. 8. 4 S. III,1 und 13; P. I, 2. 5 S. III, 13. 6 Betreff der ungeheueren Literaturüber Aristoteles muß auf die letzte Auflage des Ueberweg-Heinzeschen