CHEMISCHES UND 4L CHEMISCHES AUS ARISTOTELES 77
glichen, Leichten und Schweren, besteht auch ein absolut,d. h. an sich, Leichtes und Schweres; ersteres bewegt sich,seiner Natur gemäß, nach oben, vom Mittelpunkte desHimmelsgebäudes weg, der äußersten Höhe des Weltalls zu,letzteres strebt im Gegenteile, seiner Natur gemäß, nachunten, zu diesem Mittelpunkte hin, ohne indessen weiter dringenzu können, als bis zu ihm; das Himmelsgebäude hat eben einOben und Unten, es ist nicht ringsum gleichartig, und Gegen-füßler an ihm sind undenkbar und unmöglich. 1
Sein Zentrum, zu dem sich alles Erdartige, der großenSchwere wegen, hinbewegt, ist der natürliche Ort der Erd-kugel, die an ihm unverrückbar und unbeweglich beharrt. 2Uber die Kugelgestalt der Erde herrscht kein Zweifel, und sieläßt vermuten, daß nur ein einziges zusammenhängendes Meerden Raum zwischen den Westküsten Europas und Afrikas undden Ostküsten Indiens erfüllt-; hierauf deuten auch die Ähn-lichkeiten mancher Erzeugnisse dieser beiden Länder, wie dennz. B. sowohl Westafrika als auch Indien Elephanten hervor-bringen. 3 Die Astronomie lehrt, daß die Erde weitaus kleinerals die Sonne, und dieser weitaus näher ist als den Sternen, 4ferner daß die Sterne nur scheinbar, nämlich von der Erdeaus gesehen, klein, in Wirklichkeit aber, ihrer unermeßlichenEntfernung entsprechend, ungeheuer groß sind; 5 im Verhält-nisse zur Ausdehnung des Weltgebäudes ist daher die Größeder Erde gänzlich verschwindend, 6 so gut wie keine, 7 ein Nichts, &und die Erde nur ein Stern unter Sternen. 9
Zunächst auf der Erde befindet sich das Wasser, das siein Gestalt einer Kugelschale bedeckt, wie dies der Kugelgestaltder Erde entspricht. 10 In weiteren konzentrischen Kugel-schichten folgt sodann die Luft, und schließlich das Feuer,
1 Hi. I, 3 und 6; IV, 2. Ph. III, 5; VIII, 4. 2 Ph. III, 5; Hi. II,
8 und 14; IV 2—4. 3 Hi. II, 4; Met. II, 5. 4 M. I, (8), 6. 6 M. I,
(3), 2 und 5. 6 M. I, (14), 19. ' Met. IV, 5. 8 M. I, (3), 7.
9 Hi. II, 13. 1» Hi. II, 4; Ph. IV, 5.