76 CHEMISCHES UND ALCHEM1SCHES AUS ARISTOTELES
lung durch Zwischenteile, deren jeder nur den einen ihm zu-nächst liegenden in Bewegung setzt, etwa nach der Art dermerkwürdigen und Verwunderung erregenden ,,automatischen"Figuren und Kunstwerke, z. B. der als Weihgeschenke in denTempeln stehenden Drehräder, oder der Apparate, die dieGaukler bei ihren Vorführungen benützen; die Bewegung kannaber auch gänzlich durch ein Medium übertragen werden, wiedas bei Schall und Licht geschieht (s. unten). 1
Jede Veränderung, sei sie quantitativ oder qualitativ,beruht in letzter Linie auf Bewegungen, die zur Vereinigungund Trennung, zur Verdünnung und Verdichtung u. dgl.führen; alle Körper sind fähig zur Aufnahme von Bewegungen,und nur wenn ihnen solche nicht zugeführt werden, befindensie sich in Ruhe. 2 Ist ein Körper einmal in Bewegung gesetzt,so ist kein Grund dafür denkbar, daß er irgendwo stillestehensollte, wenn er keinen Widerstand findet, wie das z. B. imLeeren (im Vakuum) der Fall wäre, sofern es ein solches gäbe; 3aber auch das Ruhende widerstrebt, und verharrt an seinemOrte. 4
Jeder Körper hat (wie schon Piaton lehrte) im Welt-gebäude seinen bestimmten „natürlichen" Ort, der ihm „vonNatur aus" zukommt, den er nicht ohne zureichenden Grundverläßt, und nach dem er sich stets wieder zurückbewegt,wenn er nicht gewaltsam daran gehindert wird; 5 denn stetsbewegt sich Glei'ches zu Gleichem. 6 Maßgebend für die Lagedieses natürlichen Ortes ist die Schwere der Körper, der gemäßsie sich rings um den Mittelpunkt des Weltgebäudes ordnen. 7Allerdings ist Schwere eigentlich eine relative Bezeichnung,ähnlich wie Geschwindigkeit, und so wie diese in gewissemGrade auch dem Langsamen^ so kommt jene auch dem Leichtenzu. 8 Aber gegenüber diesem relativ, d. h. mit anderem ver-
1 Z. II, 19 und 76; Met. I, 2; Mech. 1; We. 6; B. 7. 2 Ph. V, 3;
VIII, 7. 3 Ph. IV, 8. 4 Mech. 9 und 32. 5 Ph. IV, 1 und 4. 6 Hi. IV,
2-4. ' M. I, (2), 1; (3), 14. 8 Met. X, 1.