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[1] (1906)
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94 CHEMISCHE KENNTNISSE VOR TAUSEND JAHREN

Mineral- und Tierreiche, welchem letzteren nicht nur die Giftebeißender und stechender Lebewesen angehören, sondern auchdie beim Verderben von Fleisch, Fischen und Milch erst ent-stehenden und die in gewissen Organismen (z. B. den Cantha-riden) angehäuften.

Die wichtigsten Pflanzengifte sind: Agaricum und ähnlichePilzarten, Aconit, Atropa, Mandragora (Alraun), Colchicum (Herbst-zeitlose), Conium (Schierling), Croton, Datura (Stechapfel), Helle-borus (Nieswurz), Hyoscyamus (Bilsenkraut), Opium, Rizinus-samen, Seeale (Mutterkorn), Strychnos (Brechnuß) und Veratrum.Viele von ihnen gehören, in kleinen Mengen angewandt, zuden wirksamsten Arzneimitteln, während sie in größeren Dosenbald vorzugsweise einzelne Organe angreifen, z. B. Gehirn, Herz,Magen, Darm, Nieren, Leber u. s. f., bald den ganzen Körper,wie Seeale, Opium oder Aconit; einige Arten des letzteren sindso furchbare Gifte, daß selbst der Boden, in dem sie wachsen,wie verbrannt aussieht, und daß nicht nur der Genuß deskleinsten Stückchens, sondern schon das Riechen daran, zumfast sofortigen Tode führt. Allgemeine Gegenmittel für Pflanzen-gifte sind nicht bekannt und wären bei der Raschheit der Gift-wirkung meist so gut wie unanwendbar; auch gehört die Er-kennung des Giftes, das in einem bestimmten Falle gegebenwurde, zu den schwierigsten und nur selten mit Sicherheit zulösenden medizinischen Aufgaben.

Ebenso interessant wie durch das, was es berichtet, istMansurs Werk durch einiges, worüber es schweigt. So z. B.tut es keinerlei Erwähnung des Alkohols, der demnach damalsdem Arzneischatze noch nicht angehörte, obwohl er, wie vieleandere Produkte der Destillation, im 10. Jahrhunderte schonwohlbekannt war; es stimmt dies zu dem Berichte, daß zwarder berühmte arabische Arzt Razi, der 850 bis 923 lebte, zuerstgewagt haben soll, Alkohol innerlich zu verwenden, daß aber