84 CHEMISCHE KENNTNISSE VOR TAUSEND JAHREN
Nährstoffe unersetzlichen Bestandteile des menschlichen Körpers;dieser scheidet es teils durch den Schweiß, teils durch dieunsichtbare Verdunstung der Hautporen in erheblichem Maßeab, wie daraus hervorgeht, daß Gewicht und Volumen destäglich genossenen Wassers und abgeschiedenen Harnes beiweitem nicht gleich sind. Das reinste Wasser ist das Regen-wasser, denn es erweist sich als färb-, geruch- und geschmack-los, läßt sich rasch erwärmen und kühlt ebenso rasch wiederab, und ist auch leicht von Gewicht; an letzteres, bei der Unter-scheidung guten und schlechten Wassers so wichtige Kenn-zeichen pflegt sich das Volk zu halten, und erklärt leichtesWasser auch für gut. Unreine Wasser, wie die Salz, Schwefel,Alaun, Gips, oder Alkali enthaltenden, die aus Kupfer-, Eisen-und Quecksilbergruben kommenden, und wie das Pech- undTeerwasser, können zuweilen sehr heilsam und nützlich sein;in der Regel erweisen sich aber unreine Wasser als gesundheits-schädlich, und sollen vor dem Genüsse entweder mittels ge-wisser Erden geklärt, oder mit Hülsenfrüchten erwärmt, oderam besten tüchtig aufgekocht werden. „Ich habe auch gehört",— sagt Mansur —, „daß sich die Schiffsleute, wenn sie keinTrinkwasser haben, durch Destillation des Seewassers, so wieman Rosenwasser destilliert, ein brauchbares, von Bitterkeitfreies Wasser verschaffen." Schädlich ist nach Mansur auchdas im Oriente so viel gebrauchte Schnee- und Eiswasser, 1denn der Schnee, und in noch höherem Grade (wie sein lang-sameres Auftauen beweist) das Eis, hat seine leichtesten undflüchtigsten Bestandteile verloren, und außerdem zeigt allesaus schlechtem Wasser gewonnene Eis auch selbst wieder eineschlechte Beschaffenheit.
Was die Feststellung der „Schwere" des Wassers betrifft,so könnte man denken, sie sei mittels des Aräometers geschehen,welches Instrument zu Anfang des 5. Jahrhunderts, vielleichtauch noch früher, schon bekannt war; da aber bereits die
1 Um 900 hatten es die Chalifen bereits mit einer Konsumsteuer belegt.