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[1] (1906)
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82
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82 CHEMISCHE KENNTNISSE VOR TAUSEND JAHREN

Studium der griechischen, indischen, arabischen und persischenMedizin, sowie auf die während langer Reisen erworbenenpraktischen Kenntnisse, schrieb Abu Mansur diese ältesteArzneimittellehre der Perser, die, als erst-üb erliefert er neu-persischer Text, auch linguistisch von höchstem Werte ist.Übersetzt, und mit einer Fülle gelehrter Erklärungen heraus-gegeben, wurde sie durch den in Persien geborenen, abereuropäisch gebildeten Arzt Achundow aus Baku, unter Leitungvon Prof. Dr. R. Kobert; veröffentlicht ist sie im dritten Bande 1der »Historischen Studien" dieses vielseitigen, in zahlreichenDisziplinen hochgelehrten, und noch lange nicht allgemein nachrechter Gebühr gewürdigten und anerkannten Mannes.

Ein »Buch der pharmakologischen Grundsätze" ist natür-lich in erster Linie für Medizin und Pharmakologie von Be-deutung; aber Abu Mansur verfügt auch über so beträchtlichechemische Kenntnisse, daß es sich der Mühe lohnt, diesen nach-zugehen, und sie, gesondert vom fachlichen Ballaste, in Kürzedarzustellen. Verzichtet muß aber von vornherein darauf werden,an dieser Stelle auf die literarischen Quellen Abu Mansurszurückzuweisen; sowohl was die theoretischen Anschauungen,als auch was die übergroße Rolle der »Sympathie" bei derWahl der Heilmittel betrifft, kommen vornehmlich spät-griechischeEinflüsse in Betracht, wie sie aus Dioskorides, und auch ausPlinius, genügend bekannt sind.

1. Aus der Reihe der sogenannten Metalloide und ihrerVerbindungen bespricht Mansur den Schwefel, die Kohle,die Kieselsäure, und das Wasser. Der Schwefel ist vonsehr trockener und heißer Natur, zeigt bald eine gelblicheFärbung, bald eine mehr weißliche oder rötliche, und verbindetsich mit vielen Stoffen, so daß er, neben anderen innerlichenund äußerlichen Verwendungen, auch die als Antidotum bei

1 Halle, 1893.