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[1] (1906)
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Zweite Abteilung

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CHEMISCHE KENNTNISSE VOR TAUSEND JAHREN 1

nsere Kenntnisse aus dem Gebiete jener wissenschaft-lichen Literatur, die zur Zeit des frühen Mittelalters imOriente blühte, und sich während einer Epoche, diefür Europa eine solche des tiefsten Darniederliegensgeistiger Tätigkeit war, in glänzender Weise entfaltete, sindleider immer noch geringe; dies gilt besonders hinsichtlichder naturwissenschaftlichen Fächer, weil der übliche gelehrteBildungsgang es in der Regel bei den Naturforschern anSprachenkunde, bei den Philologen aber an naturhistorischerSchulung fehlen läßt. Viele der wichtigsten Dokumente fürdie Geschichte der Wissenschaft, die alle Stürme der Zeitenüberstanden haben, ruhen daher heute noch unverwertet inArchiven und Bibliotheken, und harren, um allgemein nutzbarzu werden, des sachkundigen Bearbeiters.

Das Glück, einen solchen gefunden zu haben, blühte u. a.dem höchst merkwürdigen Werke, das den Gegenstand derheutigen Mitteilung bilden soll, demBuche der pharma-kologischen Grundsätze", das etwa im Jahre 975 von AbuMansur Muwaffak (aus Hirow in Nordpersien?) verfaßt wurde,und uns, anscheinend in der Nachschrift eines seiner Schüler,fast vollständig erhalten ist. Gestützt auf ein umfassendes

1 Vortrag auf der Hauptversammlung desVereines Deutscher Chemiker«1901 (s.Zeitschrift für angewandte Chemie" 1901, S. 640).

v. Lippmann, Beiträge. 6