Zimmet. 219
splitterig sein, eine aus hochgelb und blaßrot zusammen-gesetzte Farbe haben, angenehm, durchdringend, gewürz-haft riechen und erst süßlich, gewürzhaft, erwärmend,hinterher aber etwas stechend auf der Zunge und etwaszusammenziehend schmecken. Ist der Geschmack mehrscharf, nelkenartig, etwas bitterlich, so ist es entwederein schlechter Zimmet oder sogar eine ganz andere Rinde.Der Zimmet wirkt vortreiflich auf den Magen ein, b e -lebend auf Nerven und Blut und ganz be-sonders auf die Gebärmutter. Reizbare, voll-blütige Personen vertragen den Zimmet weit wenigerals in Nerven und Blut geschwächte Menschen.
Anwendung: Als magen stärken desMittel gebraucht man den Zimmet bei ge-schwächter Verdauung, Bildung von Säureund Schleim im Magen, Blähungsbeschwerden,Ausstoßen, Magend rücken, krampfartigemErbrechen und den infolge hiervon auftretendenBlutflüssen aus der Gebärmutter, sowie beizu starker oder zu lange andauernder Menstruation,welche in reiner Schwäche ihren Grund hat, fernerauch bei solchen Mutt erblu tslüssen, die nachder Geburt erfolgen, und deren Grund wiederumnur auf allgemeiner Schwäche beruht. Der Zimmetwirkt auch wehen stärkend, wenn die Wehen auswirklicher Schwäche ausbleiben oder doch nicht kräftiggenug zur Ausführung des Geburtsgefchäftes sind.Endlich ist er ein allgemein stärkendes, belebendesMittel bei heruntergekommenen Kräftenüberhaupt, wie solches nach Krankheiten und Säfte-verlusten häufig vorkommt; in diesem Falle setzt man aberdem Zimmet gern noch andere stärkende Mittel hinzu.DasZimmetwasser, welches man durch Destillationder Zimmetrinde mit einer hinreichenden Menge vonWasser bereitet, wird löffelweise genommen; es reicht inleichteren Fällen für sich schon hin, namentlich als