Wacholder. 209
wie als beruhigendes, ja selbst schlafmachendes Mittelgegeben hat.
2. Das dreifarbige Veilchen (Viola trioolor I,.),Dreifaltigkeitsblume, Stiefmütterchen,Freisamkraut, wächst auf Meckern, Wiesen undWäldern und an Ufern, von der Ebene Ins auf diehöheren Alpen von Europa, Nordasien und Nordamerikaund wird allgemein als Zierpflanze in Gärten kultiviert.
Anwendung: Das Kraut ist geruchlos, schmecktfade, schleimig, etwas scharf, wirkt reizend auf die Tä-tigkeit des Darmkanals, der Haut und der Nieren,bewirkt in größerer Gabe Erbrechen und Abführen, wirdaber fast nur gegen chronische Hautausschläge der Kinder,besonders aber gegen den Milchschorf angewendet.
Wacholder (^unixerus).
Kram metsbaum, Kranzbeer staube, Feldzypresse.
1. Der gemeine Wacholder ist ein bekannter,nützlicher Strauch, der in ganz Deutschland an sandigen,bergigen Orten, in Wäldern und Tristen vorkommt.Die bekannten, erst im Herbste des zweiten Jahres rei-fenden, deshalb stets im reifen und halbreisen Zustandegleichzeitig anzutn fsenden Beeren schmecken bitterlich-süßund riechen, besonders aus glühenden Kohlen, stark bal-samisch.
Anwendung: Die Beeren, namentlich die frischen,enthalten das Wacholderöl, daneben Harz, Wachs undZucker und wirken dadurch gelind-erregend auf die Ver-dauungsorgane und Schleimhäute und befördern dieHautausdünstung und Urinabsonderung. Man bereitetaus ihnen Wacholdermus, destilliertes Wosser, Spiritusund benutzt auch das Wacholderöl zu medizinischenZwecken. Zum Räuchern gebraucht man die Beerenbei Rheumatismus und Gicht, auch zum Wohlgeruch inKirchen; mit Brotkrumen und Essig gemischt, sind sieals Umschlag auf Stirn und Schläfe ein Volksmittel
Anton, Kriwterarzt, 5. Aufl. 14