202 Süßholz.
ginnenden Verhärtungen zu empfehlen. Das Meliloten-pflaster besteht aus 1 Pfund gelbem Wachs, 90 ^Olivenöl, ebensoviel Fichtenharz und Schöpsentalg, 40 sAmmoniakgummiharz, das in 90 Z Terpentin gelöstwird, und dem 250 Z pulverisiertes Steinkleekraut,15 Z pulverisiertes Wermutkraut, ebensoviel pulverisierteKamillenblume und Lorbeeren zugemischt werden.
Süßholz (A^eM'diW Aabrg, 1^.)
Das gemeine Süßholz hat eine kriechendeWurze l, einen ästigen, 3—5 Fuß hohen Stengel, unpaariggefiederte, 11—ILzählige Blätter, halbviolette Blütenin gestielten, ährenförmigen Trauben und glatte, kahle,3- 4samige Hülsen. Die Wurzel dieser im südlichenEuropa, Ungarn, Italien und Südrußland wachsendenPflanze erscheint in langen, biegsamen, fingerdickenStücken, die äußerlich braun, innerlich gelb und gefasertsind und einen süßlich-schleimigen, später etwas kratzendenGeschmack haben. Die russische Wurzel, welche meist inden Handel kommt, ist gewöhnlich geschält und von Ge-stalt etwas dicker und knollig; sie enthält gleich deranderen Spezies Süßholzzucker (Glycyrrhizin), Harz,scharfen Extraktivstoff, Eiweiß, Stärkemehl und Salze.
Anwendung: Durch diese Bestandteile ist sieaber durchaus nicht mit einer spezifischen Heilkraft begabt,dagegen ist ihr Zucker- und Schleimgehalt schwach nährend,besonders aber reizmildernd und einhüllend. Deshalbwird das Süßholz allgemein gebraucht bei Husten undkatarrhalischen Schleimhautaffektionen, um den Reiz zumildern und den Auswurf zu erleichtern. Namentlichwird der Lakritzensaft, eine Auskochung und Ein-dickung der Wurzel, benutzt. Salmiakmixtur wirdgewöhnlich von Aerzten mit Lakritzensaft verschrieben,um damit den unangenehmen Geschmack des Salzes ambesten einzuhüllen, auch hat man von der Süßholzwurzelein offizinelles (Curella'sches) Brustpulver (mit Schwefel,