Steinklee. 201
gewendet, wie gegen Keuchhusten und andere Krampf-formen, gegen Nervenleiden, besonders gegen Gesichts-schmerzen und Hüftweh, gegen Fallsucht, Veitstanz undKrampfasthma, Gegen letztere Krankheit wird vorzugs-weise das Rauchen der Blätter, entweder allein oder inVerbindung mit Tabakblättern oder mit Tollkirschen-kraut empfohlen. Weniger leistet der innerliche Gebrauchbei dieser Krankheit. Bei Geisteskrankheiten mit demCharakter der Aufgeregtheit, bei großer Unruhe, Schlaf-losigkeit oder bei Anwesenheit von Hallucinationen(Äugentäuschungen) und bei Abwesenheit von Hirn-kongestionen hat man nicht selten von der Tinktur(5—20 Tropfen) günstige Wirkungen beobachtet. DieseTinktur wird aus dem Samen bereitet, indem mau zu1 Teil des gepulverten Samens 10 Teils Wasser gießt;nach einigen Tagen lasse man das Helle von demBodensatze ablaufen. Man nimmt von der Tinktur5 Tropfen in 50—60 g Wasser.
Steinklee (?rikoIium Mölilotus «Moinalis Ii.)
Wohlriechender Klee, Schabziegerklee.
Der Steinklee stammt aus dem nördlichen Afrika;man findet ihn aber auch hie und da, wo er angebautwird, Z. B. in der Schweiz, in Tirol zc, häufig ver-wildert. Der gebräuchliche Steinklee, Meliloten,findet sich häufig an Wegen, auf Wiesen und in feuchtenGebüschen (unter Weiden) in ganz Europa.
Anwendung: D!e ganze Pflanze war früherals ein schmerzstillendes, zerteilendes, schweißtreiben-des, den Auswurf beförderndes und wundheilendes,auch barntreibendes Heilmittel im Gebrauche. K-autund Blumen (letztere sind wirksamer als ersteres)haben sich um ihrer schwachen Kräfte willen dem inner-lichen Gebrauche ganz entfremdet; doch ist die äußerlicheAnwendung bei Stockungen, rheumatischen Gelenkan-schwellungen, Drüsengeschwülsten, Milchknoten und be-