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Der Kräuterarzt : eine Beschreibung der heilkräftigen Pflanzen und Kräuter und deren Gebrauch bei vorkommenden Krankheiten ; nebst einem genauen alphabetischen Register der Krankheiten mit Angabe der anzuwendenden Kräuter und Heilpflanzen
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198 Senf.

des Senfes das Gedächtnis stärke, ist ein Vor-urteil; alles, was das Gehirn in seiner Tätigkeit er-regt, steigert auch vorübergehend, so lange die Wirkungdauert, die Funktionen desselben, zu denen auch dasErinnerungsvermögen gehört.

Vom scharfen Senf wird ein ausgedehnter Ge-brauch als äußerliches Heilmittel gemacht. Will manvon inneren Teilen ableiten, z. B. bei Schleimhaut-affektionen, wie Hals- und Brust-Katarrh, Entzündungen,Rheumatismen, Kopfschmerz, überhaupt wo ein Gegen-reiz ableitend und schmerzlindernd wirken kann, da be-dient man sich des Senfteiges (Anapismus) undlegt ihn bei inneren Schmerzen der Brust- und Bauch-höhle auswärts auf die schmerzende Gegend; bei Kopf-schmerzen, Schwindel zc. auf die Waden, bei Augen-,Ohren- und Zahnschmerzen in den Nacken. Das Sens-mehl besteht aus gemahlenen Senfkörnern; damit essein ätherisches Oel nicht verdunstet, wodurch dasselbe un-wirksam wird, muß man es in verschlossenen Gefäßen auf-bewahren. Das Sensmehl muß jedesmal vor dem Ge-brauche frisch zum Teige angerührt werden. Frühergeschah dies mit Essig, dann mit warmem, setzt aberfast allgemein mit kaltem Wasser; man streicht denTeig fingerdick auf Leinwand. Die frühere Methode,den Sensteig mit Essig anzumachen, ist aus demGrunde zu verwerfen, weil die Wirkung ebenso wiedurch das heiße Wasser nur geschwächt wird. Bei sehrreizbarer Haut pflegt man wohl auch das Senfmehlmit etwas Roggenmehl (1 Teil Senf auf V» TeilRoggenmehl oder Sauerteig) zu verdünnen. Manläßt den Senfteig so lange auf der Haut wirken, bisdieselbe dunkelrot geworden ist und der Schmerz längereZeit angedauert hat; die Dauer richtet sich jedoch nachder Empfindlichkeit der Haut. Gewöhnlich genügt ^bis V- Stunde; niemals darf man einen kräftigenSenfteig über eine Stunde liegen lassen, selbst wenn