Knoblauch. 123
einen Absud — 15—20 ^ auf ein Liter Wasser und15 Z Süßholz — welchen man zu Waschungen gegenFlechten, Ausschläge und Grind verwendet. Den Saftder frischen Blätter vermischt man mit Klettenwurzelölund legt ihn auf frische Geschwüre.
Knoblauch (^llium sstivum I,.)
Bärenlauch.
Diese bekannte Zwiebel, welche ursprünglich imOriente und in Südeuropa heimisch war, wird in allenWeltteilen als Küchengewächs kultiviert und besitzteinen eigentümlichen, durchdringend starken Geruch undcinen süßlich-scharfen Geschmack, der von ihrem Haupt-bestandteile, einem ätherischen Oele (Knodlauchsöl)herrührt, welches sie im frischen Zustande enthält; diesessehr flüchtige Oel ist gelb, schwefelhaltig, schwerer alsWasser und von so scharfer Natur, daß es auf der HautBrennen und Entzündung erregt. Bei häufigem Genussedes Knoblauchs teilt sich der Geruch dieses Osles allenAusdünstungen des KörpeS, auch dem Atem und demUrin mit. Die orientalischen Völker, namentlich die Judenund Aegypter, liebten den Genuß des Knoblauchs sehr,bei Römern und Griechen diente er mehr den Sklaven,Schiffern und Soldaten zur Speise.
Anwendung: In kleinen Gaben befördert derKnoblauch die Verdauung, erregt aber, in größeren Porti-onen genossen, Magenschmerz, Blähung. Uebelkeit, Kolik,Erbrechen oder Durchfall, innere ängstliche Unruhe und dieWirkungen eines starken Giftes. In angemessenenGaben treibt er auch die Würmer ab. Das Knoblauchsölist so flüchtig durchdringend, daß man im Munde denGeschmack und im Atem den Geruch davon hat, wennman unter die Fußsohlen Umschläge von zerquetschtemKnoblauch oder Einreibungen damit macht. Obgleichder Knoblauch in kleinen Gaben auch brustschleimiösendwirkt, so übt er doch in stärkerer Dosis eine stark reizende