120 Kiefer.
sind eiförmig, rundlich, stumpf, hängend und braun;die Schuppen sind rautenförmig, stumpf, inwendig aus-gehölt, holzig und zweisamig; der Same ist länglichmit einem häutigen Flügel versehen und braun. Offi-zinell sind die jungen rötlich:«, harzigen Sprossen, dieim Frühjahre vor der Entwickelung der Blätter an denEnden der Zweige erscheinen, ferner das aus dem Stammfließende Harz^ der daraus bereitete Terpentin unddas Terpentinöl sowie das aus dem Samen gepreßteOel, das Kolophonium, der Teer, das Schiffspech undder Kienrnß.
Die schönsten und nutzbarsten Stämme wachsen innicht allzu dichtem, geschlossenem Stande; allein oderzu dünn stehend wächst die Kiefer zu stark in die Aeste,wird zu gedrängt und erhält keinen bedeutenden Umfang,Die Stämme geben die schönsten, dauerhaftesten Mast-bäume, die besten Bretter, Latten, Brunnenröhren unddas beste Bauholz.
Anwendung: Von diesem Baume sowie vonmehreren Abarten desselben erhält man durch Anbohrenin den unteren Teil des Stammes den gemeinen Ter-pentin, welcher selten innerlich, häufig aber äußerlichgebraucht wird, um die Haut zu erhitzen, wunde Flächenin Eiterung zu erhalten- um reizend auf die Harnorganezu wirken, ferner bei Lähmungen, Brand- und Frost-beulen, auch als Klystier, um Würmer zu töten undeinen starken Reiz auf den Mastdarm auszuüben. DasTerpentinöl wendet man innerlich gegen Darmwürmersowie bet Wassersucht und Blasenleiden an. Das Kolo-phonium oder Geigenharz wird als blutstillendesMittel angewendet. Der Teer verdankt seine Wirkungdem Gehalte an Kreosot; innerlich gibt man ihn gegenSchwindsucht, ferner bei Skorbut. Ruhr, Faulfiebern,gegen Nestelwürmer und chronische Hautausschläge. Derabgedampfte Teer gibt das schwarze Pech oder Schiffs-pech, dieses wird nur zu technischen Zwecken verwendet-