Druckschrift 
Der Kräuterarzt : eine Beschreibung der heilkräftigen Pflanzen und Kräuter und deren Gebrauch bei vorkommenden Krankheiten ; nebst einem genauen alphabetischen Register der Krankheiten mit Angabe der anzuwendenden Kräuter und Heilpflanzen
Entstehung
Seite
119
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Kiefer. IIS

Wasser (1 Teil Wurzel auf 4 Teile Wasser) 24 Stundenausziehen läßt. Diesen Extrakt versetzt man mit 2 TeilenWeingeist, schüttelt ihn mehrmals um und läßt ihnalsdann 8 Tage lang stehen. Nach dieser Zeit gießtman die helle Flüssigkeit ab und bewahrt sie zum Ge-brauche auf. Die Tinktur bereitet man aus 60 ZWurzeln und ^2 Liter gutem Weine, beim Gebrauchenimmt man sie teelöffelweise.

Um Melancholie oder Schwermut zu vertreiben,sammelt man Benediktenwurzel in der zweiten Hälftedes Mai und dörrt sie im Schatten. Von diesenWurzeln nimmt man jedesmal drei, wäscht sie sauberab, schneidet sie in Stücke und legt sie in den Wein,welchen man alsdann in gut verschlossenen Flaschen auf-bewahrt. Der Wein erhält durch die Wurzeln einenangenehmen Geruch. Dieser Wein stärkt das Herz undden Magen, erfrischt die Sinne und den ganzen Körper,entfernt die Hauptflüsse und hat auch sonst noch vielegute Eigenschaften.

Kiefer

Gemeine Fichte, Kienbaum, Föhre, Forche,Herzbaum.

Die Kiefer wächst in ganz Deutschland und deninördlichen Europa auf sandigem Boden und bildetganze Wälder. Die Blütezeit der Kiefer ist der Mai.Die Früchte reifen im November und Dezember deszweiten Jahres.

Der starke, 50100 Fuß Höhe erreichende Baumhat Weitschweifige, holzige Wurzeln, einen aufrechtenStamm, eine aschgraue oder braune, rissige Rinde,aufsteigende Aeste und nadelförmige Blätter. Die männ-lichen Blüten sind rötlich-gelb, am Ende eine aufrechteTraube bildend. Die weiblichen Blüten stehen einzelnoder gepaart am Ende der jungen Triebe und bildeneinen eiförmigen, purpurroten Zapfen. Die Fruchtzapfen