72 Eibisch.
Eibisch (^Itdsea okkoillklis Ii.)
Der Eibisch wächst in der Pfalz, der Wetterau, inSachsen, Frankreich und England an feuchten Orten,den Ufern der Flüsse, an Hecken und Zäunen wild undwird in Deutschland häufig in Gärten gepflanzt; erblüht im Juli und August, Die Kapseln reifen imSeptember und Oktober. Die Wurzeln sind ausdauernd,fingerdick, aus einem gemeinschaftlichen Kopfe entsprin-gend, ziemlich einfach, außen gelbbräunlich, inwendigweiß. Die Stengel sind aufrecht, einfach, rund, filzig,3—S Fuß hoch; die Blätter abwechselnd, gestielt, einfach,herzförmig-eirund, undeutlich dreilappig, eingeschnitten,gezähnt, filzig, sehr weich, graugrün, stark gerippt.Die Blumen sind kurz gestielt; die Krone ist fleischfarbigoder weiß. Der Same ist klein, nierenförmig, bräun-lich. Der Eibisch verlangt guten, humusreichen Boden,am besten lehmigen Sandboden und eine etwas feuchteLage. Nach 2—3 Jahren ist die Wurzel brauchbar,sie wird spät im Herbst ausgegraben, frisch geschält undzum Trocknen in Scheiben geschnitten. Der Anbaudieser Pflanze zehrt das Land sehr aus, daher muß manauch die Plätze wechseln.
Anwendung: Innerlich wird die Wurzel gegenHusten mit viel Reiz, gegen Durchfall, Ruhr, Kolik,bei schmerzendem Urinieren mit Harnzwang angewendet,meistens gleichzeitig als Tee und als Einspritzung, woes tunlich ist. Aeußerlich braucht man sie zu Mund-und Gurgelwasser bei Geschwüren und Entzündungenin der Mundhöhle. Bei einer Tripperentzündungund Harnverhaltung gewährt folgendes Mittel Erleich-terung und Heilung: 30 Z Eibischsyrup, 30 Z Süß>mandelöl, 15 Z fein pulverisiertes Gummi mit 250 Zschwarzem Kirschenwasser gut zusammengeschüttelt, alleStunde I starken Eßlöffel voll zu nehmen; fernersoll man täglich gleichzeitig einige Tassen stark einge-kochten Eibischtee trinken.