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Der Kräuterarzt : eine Beschreibung der heilkräftigen Pflanzen und Kräuter und deren Gebrauch bei vorkommenden Krankheiten ; nebst einem genauen alphabetischen Register der Krankheiten mit Angabe der anzuwendenden Kräuter und Heilpflanzen
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Eiche. 73

Eiche (Hrtkrous.)

Achen.

Die Eiche wächst in ganz Deutschland, Oester-reich und der Schweiz und bildet große Wälder; sieblüht im April bis zum Ausbruch der Blätter. DieFrucht reift im September und Oktober. Dieser großeBaum hat eine aschfarbige, rissige, an den äußerstenAesten glatte und rötlich-grüne Rinde. Die Blätter sindabwechselnd, fast stiellos, länglich, buchtig, die Lappenabgerundet, Nach oben schmäler, stumpf, glatt, obendunkelgrün, unten blasser. Der Baum erreicht eineHöhe von 150200 Fuß und wird sehr alt. Die An-pflanzung geschieht mit 34 Fuß hohen Setzlingen,die in der Baumschule gezogen werden. Das Holz derEiche wird auf mannigfache Art benutzt.

Anwendung-. Die Rinde wirkt sehr zusammen-ziehend. Eichenblätter, auf hitzige Stellen gelegt, ziehendie Hitze heraus. Wenn man Eichenholz kocht und denAbsud mit Wein vermischt, so erhält man einen gutenTrank gegen Blutspeien, Blutflüsse und Kopfweh. DerEichelkaffee ist bei zu starker Menstruation anzuwenden.Gepulverte Eicheln sind gut gegen Blasensteine, er-schwertes Harnen und Diarrhöen. Eichenblätter, gestoßenund auf offene Wunden gelegt, ziehen dieselben zu-sammen. Das Trinken von Eichenlaubwasser vor demSchlafengehen hilft gegen Bettnässen. Gegen Koliklege man Eichenlaub in Bier und trinke dieses. GegenDurchfälle, Ruhren und andere Bauchflüsse schabe manEicheln und nehme sie in einem Ei.

Eichentinktur ist gegen alle oben angeführte Lei-den anwendbar und wird auf nachstehende Art zubereitet:Man presse im Frühjahr den Saft aus den jungenZweigen, vermische denselben mit ebensoviel Weingeist,und stelle diese Mischung 14 Tage lang an die Sonne,nlsdann gieße man das Klare ab.