Eibenbaum. 71
Fuß hoch und erreicht ein Alter von 400 Jahren. DieAeste sind abwechselnd, von den herablaufenden Blatt-stielen eckig. gestreift. Die Blätter sind zerstreut undsehr nahe aneinander stehend, kammförmig, kurzgestielt,gleichbreitlanzettförmig, steif, hart, gespitzt, am Randeumgebogen, 2 om lang, oben dunkelgrün und glänzendmit einer erhabenen Linie, unten hellgrün, immergrün.Die Blüten sind kurzgestielt und stehen in den Blatt-winkeln gewöhnlich auf der unteren Seite. Die Schuppender männlichen Blume sind zugerundet, hohl, die Blumen-krone fehlt, sehr viele Staubfäden sind zu einer Säuleverwachsen und länger als der Kelch. Der Staubbeutelist niedergedrückt, am Rande stumpf, achtspaltig undnach der Befruchtung schildförmig. Die Samen findlänglich-eiförmig, schwärzlich und sehr hart. Das sehrharte, schön rot geäderte Holz ist sehr geschätzt.
Anwendung: Wirkliches Gift scheint der Eiben-baum nicht zu enthalten, doch wirken seine Teile starkbetäubend, weshalb sie nur mit äußerster Vorsicht in derHeilkunde angewendet werden. Der aus den Früchtenbereitete Syrup dient gegen Brustkrankheiten; die jungen,grünen Zweige werden gegen Unterleibsübel jeder Artangewendet; man dörrt die Früchte im Schatten,nimmt davon 8 A auf ein Täßchen Tee, den man etwa5 Minuten lang kochen läßt, und trinkt täglich mehreresolcher Dosen. Der Tee muß jedesmal frisch zubereitetwerden. Bei Bräune und Halsentzündung ist dasTrinken von Eibentee sehr zu empfehlen, gleichzeitigsoll man noch ein Blasenpflaster auf die Brust legen.Glaubt man, daß die Halsgeschwulst zum Aufbrechenkommt, so trinke man häufig Ziegenmilch, in welcherHonigkuchen aufgelöst wurde. Die Beeren sind eingutes Mastfutter für Hühner, der Rauch des Holzestötet die Mäuse. Für alle Haustiere ist der Eiben-baum ein heftiges Gift.