Druckschrift 
1 (1907)
Entstehung
Seite
1178
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

1178

Franciscea.

3) Die Scheinfrucht. Fructus Fragariae. Baccae Fragariae. Fraga. — Erd-beeren. — Fraises. Fruits de fraisier (Gall.). — Strawberries.

Beschreibung. Die Brdbeere besteht aus dem nach der Blüthezeit vergrösserten,fleischig und saftig gewordenen Blüthenboden, dem die zahlreichen nussartigen Früchtcheneingefügt sind.

JBestandtheile. Nach K oenig : Wasser 87,66 Proc., Stickstoffsubstanz 0,54 Proc.,freie Säure 0,98 Proc., Zucker 6,28 Proc., sonstige stickstofffreie Stoffe 1,46 Proc., Holz-faser 2,32 Proc., Asche 0,81 Proc. In der Trockensubstanz: Stickstoffsubstanz 4,63 Proc.,Zucker 49,97 Proe. Die Asche ist reich an Kalk (14,2 Proc.).

Die Kultnrformen der Erdbeere sind theils aus Fragaria elatior Ehrh. her-vorgegangen, theils sind es Kreuzungen der F. virginiana Ehrh. und F. chiloensisEhrh., beide in Amerika heimisch, dahin z. B. die Ananas-Erdbeere.

Essentia Fragariae. Erdbeeressenz. I. Frische, vollkommen reife Erdbeerenwerden zerquetscht, mit dem gleichen Gewicht 80proc. Weingeist 14 Tage ausgezogen,leicht abgepresst; Filtrat wird in ganz gefüllten Gläsern kühl aufbewahrt. II. Für Brause-limonade (nach Weinedel ). 750 g frische, trockne Walderdbeeren zerquetscht man, mischtmit je 200 g Tokaycr und Cognac, bringt in eine Retorte, fügt 1,5 g Vanille, 300 g Spi-ritus, 500 g Wasser hinzu und destillirt langsam 1000 g über. Man färbt schwach röthlich.

Erdbeerlikör. Erdbeeressenz 2,5 kg, Essigsäureamyläther 0,5 kg, Himbeerwein1 kg, Kirschlorbeeröl 2 Trpf., Rosenöl 1 Trpf., Zucker 40 kg, Wasser 60 Liter, Weingeist25 Liter, rother Pflanzenfarbstoff q. s.

Pomata Fragariae. Erdbeerpomade. 3 Th. Hammeltalg, 5 Th. Schmalz,8 Th. Kakaobutter schmilzt man und lässt mit 3 Th. frischen Erdbeeren 24 Stunden beiSchmelzwärme stehen, seiht durch und fügt q. s. Rosen- und Neroliöl, nöthigenfalls auchErdbeeräther hinzu.

Sirupus Fragariae. Erdbeersirup. I. 1000 g frische Walderdbeeren werden zer-quetscht und mit 20 g Zucker bei Zimmerwärme ausgähren gelassen, dann lässt man mit 100 gWeisswein 24 Stunden stehen, presst ab, schüttelt mit Talk und filtrirt. In 500 Th. Filtratlöst man kalt 800 g Zucker und 2,5 g Citronensäure, seiht durch und füllt auf kleineFlaschen.

II. Man schichtet die Beeren abwechselnd mit Zuckerpulver, seiht nach einigenTagen den Saft ab, kocht einmal auf und füllt nach Zusatz von etwas Rum auf Flaschen.

III. Erdbeeren, feinste Raffinade ää. Man giesst die geläuterte, heisse Lösung überdie durch Waschen und Trocknen auf einem Tuche gereinigten Früchte, lässt eine Nachtmässig warm stehen, seiht durch ein feines Haarsieb, fügt ein wenig Salicylspiritus zu undfüllt auf '/j-Liter-Flaschen.

IV. Man löst unter Erwärmen 5 kg Zucker in 1 kg Wasser, setzt alsdann 2,5 kgmöglichst reife Walderdbeeren hinzu, rührt sanft (!) um, lässt kurze (!) Zeit aufkochenund kolirt ohne zu drücken oder zu pressen (!) durch ein wollenes Kolatorium. Der Rück-stand kann zur Bereitung eines Erdbeerlikörs noch mit verdünntem Weingeist ausgezogenwerden (B. F isckeb).

Franciscea.

Gattung der Solanaccae — Salpiglossideae.

Franciscea uniflora Pohl (syn. Brunfelsia Hopeana Benth.). Manaca. Mer-curio yegetal. Heimisch im äquatorealen Amerika.

Man benutzt die Wurzel und die Zweige.

Beschreibung. Die Droge bildet ungleich lange, federspulen- bis zweifingerdicke,cylindrische Stücke mit dünner, schwarzbrauner oder rostbrauner Rinde. Die Rinde zeigtreichliche Gruppen stark verdickter Steinzellen und grosse Oxalatdrusen, in einzelnenStücken, wahrscheinlich von Zweigen, auch stark verdickte Fasern. Im Holz ziemlichenge Gefässe, verdickte Fasern, spärliches Holzparenchym. Markstrahlen eine Zellreihebreit, auf dem Tangentialschnitt auffallend hoch. An denjenigen Stücken, die von Zweigenstammen, erkennt man das intraxyläre Phloein. An der Grenze zwischen Mark und Xylemin ersterem zuweilen Steinzellen.