Cacao.
519
abscheiden, und dass die Fettsäuren auch nach lange Zeit fortgesetztem Trocknen keineGewichtskonstanz zeigen.
§ 6. „Margarine und Margarinkäse, welche zu Handelszwecken bestimmt sind, müssen einendie allgemeine Erkennbarkeit der Waare mittelst chemischer Untersuchung erleichternden, Beschaffen-heit und Farbe derselben nicht schädigenden Zusatz enthalten. — Die näheren Bestimmungen hierüberwerden vom Bundesrath erlassen und im Reichsgesetzblatt veröffentlicht
Ueber die Axt des Kennzeichnungsmittels bestimmt die Bekanntmachung des Reichs-kanzlers vom 4. Juli 1897 folgendes:
z) Um die Erkennbarkeit von Margarine und Margarinkäse, welche zu Handelszwecken be-stimmt sind, zu erleichtern, ist den bei der Fabrikation zur Verwendung kommenden Fetten undOelen Sesamöl zuzusetzen. In ioo Genvichtstheiien der angewandten Fette und Oele muss die Zusatz-menge bei Margarine mindestens IO Gewichtstheile, bei Margarinkäse mindestens 5 GewichtstheileSesamöl betragen. — Der Zusatz des Sesamöls hat bei dem Vermischen der Fette vor der weiterenFabrikation zu erfolgen.
2) Das nach No. i zuzusetzende Sesamöl muss folgende Reaktion zeigen: Wird ein Gemischvon o,S Raumtheilen Sesamöl und 99 ,5 Raumtheilen Baumwollsamenöl oder Erdnussöl mit IOORaumtheilen rauchender Salzsäure vom spec. Gew. 1,19 und einigen Tropfen einer 2procentigen al-koholischen Lösung von Furfurol geschüttelt, so muss die unter der Oelschicht sich absetzende Salz-säure eine deutliche Rothfärbung annehmen. Das tu dieser Reaktion dienende Furfurol mussfarblos sein.
Für die Schätzung des Sesamölgehalts der Margarine geben die „Vorschriftenfür die chemische Untersuchung von Fetten und Käsen vom 1. April 1898 folgende An-weisung :
II. Die Untersuchung der Margarine erfolgt nach denselben Grundsätzen wie die der Butter.Ausserdem ist noch folgende Prüfung auszuführen:
0,5 ccm des geschmolzenen, klar fillrirten Margarinefetts werden mit 9,5 ccm Baumwoll-samenöl, das, nach dem unter I. 5 • k (S. 516) beschriebenen Verfahren geprüft, mit Furfurol und Salz-säure keine Rothfärbung giebt, vermischt. Man prüft die Mischung nach dem unter I. 5. k ( S. 516)angegebenen Verfahren auf Sesamöl. Hat die Margarine den vorgeschriebenen Gehalt an Sesamöl,von der vorgeschriebenen Beschaffenheit, so muss die Sesamöl-Reaktion noch deutlich eintreten.
Enthält die Margarine zugleich Farbstoffe (gewisse Azofarbstofle, z. B. Dimethyl-amidoazobenzol), welche mit Salzsäure direkt eine Rothfärbung geben, so ist demnach diePrüfung auf Sesamöl nach L 5. k ß der für die Untersuchung der Butter gegebenen An-weisung auszuführen.
Cacao.
Theobroma Cacao L. Familie der Sterculiaceae—Büttnerieae.
Der bis 13 m hohe Baum ist einheimisch in den Küstenländern des mexikanischenGolfes und in Südamerika bis zum Amazonas. Gegenwärtig fast überall in den Tropenmehr oder weniger in Kultur (cf. unten). — Verwendung finden die Samen: SemenCacao (Ergänzb.). Fabae seu Nuclei Cacao (Gall.). Semen Theobromatis. Fabaemexicanae. Kakao. Kakaobohnen. Feves de Cacao. Cacao-beans.
Ausser der genannten sollen noch einige andere Arten die Droge liefern:Theobroma bicolor Humb. et Bpl. (in Kolumbien und am Rio negro), Theobromaangustifolium Mop. et Sess. (Soconusco), Theobroma ovalifolium Mop. et Sess.(Esmeraldas).
Beschreibung. Die beerenartigen, fleischigen, gelben, rothen oder braunen Früchtevon Grösse einer mittleren Gurke enthalten, in ein schleimiges, angenehm schmeckendesFruchtmus eingebettet, die dicht in 5 Längsreihen geordneten etwa 40 Samen, die frischweiss sind und die braune Farbe erst durch die darauf folgende Zubereitung annehmen.— Sie sind im Umriss ungefähr eiförmig, meist etwas plattgedrückt, etwa 2,5 cm lang, 1,5 cmbreit, 1,0 cm dick. Am stumpferen Ende befindet sich das Hilum, von wo aus auf dereinen Schmalseite die Raphe zum gegenüberliegenden Ende verläuft und eich hier inmehrere Bündel auflöst, wodurch sich das reichliche Vorkommen derselben in der Samen-