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1 (1907)
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1039
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Digitalis.

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stand x 10 giebt den Digitoxingehalt der Droge an. Zur Werthbestimmung derTinktur dampft man 200g derselben im Wasserbade ein auf circa 20g, nimmt denRückstand mit Wasser auf, verdünnt auf 222 g, versetzt mit Liq. Plumb. subacetici undverarbeitet weiter wie oben. Entsprechend verfährt man beim Nachweis im Fluidextrakt.

Auf Grund der vorliegenden Bestimmung lassen sich besonders nach Caesar undLobetz folgende Gesichtspunkte für die Beurtheilung der Droge aufstellen:

1) Der Gehalt an Digitoxin schwankt von 0,10,62 Proc. Es scheint, als ob 0,3 Proc.ein Durchschnittsgehalt wäre, an den sich der Apotheker halten sollte, denn, wie schongesagt, die Anzahl der vorliegenden Untersuchungen reicht zu einem abschliessendenUrtheil noch nicht aus.

2) Die Droge ist nicht später wie Mitte September einzusammeln, von da ab machtsich ein erheblicher Rückgang bemerkbar, z. B. 0,290 und 0,327 Proc. gegen 0,139 und0,170 Proc.

3) Nach langer Regenperiode gesammelte Blätter sind minderwerthig.

4) Die nicht blühende Pflanze hat einen höheren Digitoxingehalt als die blühende;die Differenz beträgt etwa 10 Proc. Sollte sich das durch weitere Untersuchungen bestä-tigen, so würden die Arzneibücher die Forderung, nur von der blühenden Pflanze zusammeln, fallen lassen müssen.

5) Die von den Blattstielen und stärkeren Rippen befreiten Blätter geben etwadoppelt so viel Digitoxin wie die ganzen Blätter.

6) Blüthen mit den Kelchen ergeben einen ähnlich hohen Digitoxingehalt wie dieBlätter; Wurzeln enthalten nur Spuren.

7) Die Einwirkungen der Kultur erweisen sich bis jetzt als ungünstig, kultivirteBlätter enthalten erheblich weniger Digitoxin wie wildgewachsene, so dass die entsprechen-den Forderungen der Arzneibücher ihre Berechtigung haben. Ob aber fortgesetzte undsorgfältig geleitete Kulturversuche den Gehalt nicht günstig beeinflussen werden, mussdie Zukunft lehren. Jedenfalls ist bei solchen der Auswahl des Bodens, der Düngung,Bewässerung, Meereshöhe grosse Aufmerksamkeit zu schenken.

8) Ein Rückgang sorgfältig aufbewahrter Blätter im Digitoxingehalt nach ein-jähriger Aufbewahrung scheint nicht stattzufinden.

9) Dagegen scheint es, als ob das Pulver, wenn es nicht vor Licht und Luft sorgfältiggeschützt wird, im Digitoxingehalt rasch zurückgeht.

Verfälschungen und Verwechslungen. 1) Die Blätter kultivirter Pflanzensind weniger behaart, oft fast kahl, sie sollen nicht verwendet werden (vergl. oben).

2) Die Blätter anderer Digitalis-Arten (Digitalis ambigua Murray, D. luteaL., D. parviflora Lam.) sind stiellos, kleiner, schmäler, mit weniger stark hervortreten-dem Adernetz, fast kahl oder kahl.

3) Die Blätter von Verbascum-Arten sind dicker, schmecken nicht bitter, siehaben, abgesehen von anderen Merkmalen, Sternhaare.

4) Die Blätter von Inula üonyza DC. sind elliptisch, brüchig, spitzig, oberseitsweichhaarig, unterseits dünnfilzig, am Rande gesägt oder ganzrandig. Kein feines Faser-netz im durchfallenden Lichte. Kaum bitter schmeckend.

5) Die Blätter von Symphytum officinale L. sind herablaufend, untere in denBlattstiel verschmälert, rauhhaarig, ganzrandig, nicht bitter.

6) Die Blätter von Teucrium Scorodonia L. sind nicht filzig, gestielt, herzförmig.

7) Die kürzlich beobachteten Blätter von Solanum tuberosum L. und Solanumnigrum L. sind am Oxalat leicht zu erkennen (vergl. Datura).

Officinell sind (vergl. oben) nur die von der 2 jährigen, wildwachsendenPflanze während der BlUthe gesammelten Blätter; in Deutschland ausserdem dasfrische, blühende Kraut zur Bereitung der Tinktur, in Frankreich gebraucht man bis-weilen auch die getrockneten Blüthen.

Auf Einsammlung uml Aufbewahrung dieses äusserst wichtigen Arznei-mittels ist besondere Sorgfalt zu verwenden. Man sammelt die Blätter von der im Juli