Druckschrift 
1 (1907)
Entstehung
Seite
1038
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

1038

Digitalis.

grossen Anzahl vorliegender Untersuchungen noch nicht angezeigt erscheint, Forderungenfür einen bestimmten Digitoxingehalt in die Pharmakopoen aufzunehmen.

Danehen ist auch den anderen Glukosiden Aufmerksamkeit zuzuwenden. (Bestim-mung vergl. unten.) Ausserdem enthalten die Blätter einen nicht glukosidischen Farb-stoff : Digitoflavon C 6 H 10 O 0 . H. 2 0, Inosit, Wasser 6,411,6 Proc., Asche 7,55 bis12,85 Proc. Die Blätter liefern 20 Proc. dickes Extrakt.

Nachweis der Glukoside nach Keller : lOccm klares, filtrirtes Digitalis-Infusum(1:10) werden in einem kleinen Scheidetrichter mit 23 ccm Alkohol versetzt und dannmit 10ccm Chloroform ausgeschüttelt. Nachdem sich die Flüssigkeiten getrennt haben,lässt man das Chloroform abfliessen, filtrirt durch ein kleines, mit Chloroform benetztesFilter und verdunstet im Wasserbade. Den Rückstand löst man in 4 ccm Eisessig, setzteine Spur Eisenchlorid hinzu und unterschichtet mit Schwefelsäure. Es tritt eine rothe

Fig. 240. Stückchen von Folium Digitalis, schwach vergrössert.

A Primarnerv. B Sekundärnerv. C Tertiärnerven. D Quaternärnerven. Die zwischen diesen befindlichen, nuimit einfacher Linie gezeichneten, feineren Nerven sind nur im durchfallenden Licht sichtbar.

Zone, darüber ein breites, blaugrünes Band auf. Das letztere gehört dem Digitoxin, dieerstere den anderen Glukosiden an.

Quantitative Bestimmung des Digitoxins nach Fromme : 28 g Fol. Digital,pulv. werden mit 280 g Spirit. dilut. in einer 400 g-Flasche 3 Stunden lang unter öfteremUmschütteln macerirt, dann durch ein Filter von etwa 18 cm Durchmesser filtrirt, 207 gdes Filtrats auf dem Wasserbade unter Umrühren auf ca. 25 g eingeengt, dann mit Wasserauf 222 g gebracht, diese mit 25 g Liq. Plumbi subacetici versetzt, durch ein 18 cm Filter132 g abfiltrirt, das Filtrat mit einer Lösung aus 5 g kr3'stallisirtem Natriumsulfat in 8 gdestill. Wasser in einem Erlenmeyee -Kolben versetzt und das Gemisch einige Minutenbei Seite gestellt. Dann giebt man dem Kolben eine so schräge Lage, dass die Flüssig-keit fast die Oeffnung erreicht, stellt zum völligen Absetzen bei Seite, giesst dann vor-fichtig 130 g ab, versetzt mit 2 g Liq. Ammon. caustici und schüttelt 5 mal mit je 30 ccmChloroform in einem Scheidetrichter aus. Die Chloroformauszüge filtrirt man nach demjedesmaligen Absetzen direkt aus dem Trichter in einen tarirten Erlenmeyer -Kolben ab,destillirt ab und verdampft im Wasserbade zum konstanten Gewicht. Den Rückstandwägt man, es ist Roh-Digitoxin. Zur Reinigung löst man dasselbe in 3 g Chloro-form, setzt der Lösung 7 g A.cther und 50g Petroläther zu, schwenkt gut um, wonachsich das gereinigte Digitoxin flockig ausscheidet und filtrirt durch ein Filter von 56 cmDurchmesser, wobei man das im Kolben haften bleibende Digitoxin ausser Acht lässt. DenRückstand auf dem Filter spült man mit heissem, absolutem Alkohol durch Filtration in denKolben zurück, verdunstet den Alkohol und trocknet zum konstanten Gewicht. Der Rück-