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5,4 (1927) Dicotyledones : (V. Teil), Sympetalae
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feingeschnitten) in den Handel. Das Tabakkauen ist an der Wasserkante alsPriemen", in der Schweiz alsSchiggen" bekannt und ist besonders bei Matrosen ebenso wie bei Schäfern, die mit dem Tabakspeichel dieSchafläuse vertilgen wollen, gebräuchlich. Auch für den Schnupftabak werden hauptsächlich Kentucky» undVirginia-Sorten, sowie schwere einheimische Tabake verwendet. Es eignen sich aber nur schwere, fette Blätterdazu. Der Tabak wird (meist mit Rippen gemischt) gemahlen. Mit kumarinhaltigen Stoffen (Abkochung vonMelilotusblüten oder Tonkabohnen) oder mit der Abkochung des Markes aus den Hülsen der Röhrenkassie(Cassia fistula L.) wird der gemahlene Tabak befeuchtet. Der besonders in Bayern so beliebteSchmalzler" hatseinen Namen daher, weil er einen Zusatz von geschmolzener Butter erhält.

Nach einer selbstverständlich nur ganz ungefähren Schätzung betrug vor dem Weltkrieg die Welt«Produktion an Tabak 1059605 Tonnen bei 11561000ha Anbaufläche (nach Wolf). Davon trifft etwa V 3 au f

die Vereinigten Staaten, */< auf Indien, auf Oesterreich«Ungarn 53492, auf Deutschland 32950 Tonnen. Hiersteht an erster Stelle Baden (Durchschnitt der Ernte«Jahre 1902 bis 1911) mit 13696 Tonnen und 6611 haAnbaufläche, dann folgen Preussen mit 8101 t und4240 ha Anbaufläche, Bayern mit 4641 t und 2494 haAnbaufläche, Elsass«Lothringen mit 3586 t und 1402 haAnbaufläche. In Deutschland ist in den letzten 30Jahren vor dem Weltkrieg der Tabakbau sehr zurück-gegangen, 1S80 betrug die Anbaufläche noch 30 000 hagegen 16500 ha um das Jahr 1910. Infolge des Welt»krieges, der Deutschland von den bisherigen Export«ländern zum grossen Teil abschloss, haben sich dieseZahlen wesentlich geändert. 1924 betrug der Flächen«inhalt der im deutschen Zollgebiet mit Tabak be«pflanzten Grundstücke 9134 ha (1913.- 14 162 ha); derErtrag an getrockneten Tabakblättern belief sich auf14252,5 t (1913 : 25833,9 t). Die Einfuhr an Roh.tabak nach dem deutschen Zollgebiet betrug 192497 875 t (im Wert von 134,27 Mill. RM.). Davon wur.den eingeführt 32793 t von Niederländisch Indien,13714 t von den Verein. Staaten Amerikas, 12255 tvon Brasilien, 12033 t von Griechenland, 10502 tvon der Türkei. In der Inflationszeit Deutschlandskonnte man als Folge der hohen Tabakpreise fastüberall in ländlichen Gärten (Fig. 3432) Tabakpflanzengebaut sehen. Im grossen wird der Tabak in Deutsch«land in Baden (und den angrenzenden Teilen Hessensund Württembergs) und in der Rheinpfalz angebaut.In Norddeutschland ist das Hauptgebiet die Uckermark

Fig.3432. Nicotiana Tabacum L. (links) und N. rustica L., u nd der Oderbruch. Nur für die örtliche Tabak«in einem Bauerngarten bei Schliersee (Oberbayern) angepflanzt. , ,, , _ . . . . , . ,

Phot. Dr. G. Hegi, München. Industrie in Betracht kommend sind Anbaugebiete am

Niederrhein (an der holländischen Grenze), in der

Gegend von Nürnberg, in Schlesien, Hannover und Hessen (nach Wolf). Von anderen europäischen

Ländern, in denen der Tabakbau getrieben wird, sind vor allem Südrussland, die Türkei, Südtirol, Bosnien,

Herzegowina, Frankreich, Holland zu nennen. In der Schweiz^wird Tabak hauptsächlich in den Kantonen

Bern, Freiburg und Waadt gebaut, in geringem Umfang auch im Tessin und Wallis. Die Gesamtproduktion

der Schweiz wird auf etwa 1,5 Mill. Kilogr. geschätzt. Unter den aussereuropäischen Ländern stehen, was die

Tabakerzeugung betrifft, die Vereinigten Staaten obenan (Kentucky, Virginia, Maryland, Ohio), als Tabaks«

länder bemerkenswert sind ferner Mexiko, Kuba (Havanna), Portoriko, San Domingo, Kolumbia, Ve«

nezuela (von dort her stammt derVarinas"), Brasilien. Asiatische Tabakbaugebiete sind Britisdulndien,

Sunda.Inseln (Java), Sumatra, Borneo, Philippinen (Manila"). Unbedeutend ist der Tabakbau in Afrika

(Algier; in Aegypten wird nur türkischer Rohtabak verarbeitet). Noch untergeordneter ist der australische

Tabakbau. Die hauptsächlichsten Einfuhrplätze sind in Europa Bremen, Hamburg, Liverpool, London, Ant«

werpen, Amsterdam, Rotterdam. Die Bedeutung Bremens für den Tabakhandel geht daraus hervor, dass

für die Jahre 1907 bis 1912 der Durchschnitt der Tabakeinfuhr 597 593 dz (Wert 63306055 M.), derjenige

der Ausfuhr 585 499 dz (Wert 70384 786 M.) betrug. Nach Hart wich betrug der jährliche Verbrauch an