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Croton Tiglium Linn.
Tafel 87.
Strauch oder Baum mit lauggestielten eiförmigen oder eioblongen Blättern, die am Rande gesägt sind,und lockeren Trauben; männliche Bliithe mit 15 Staubgefässen; Frucht kahl und fast glatt, nur von denBasen der abgefallenen Haare ein wenig rauh.
Croton Tiglium Linn. Spec. pl. ed. I. 1004; Gärtn. Fr. I. 117 ; Plenck, Offiz. Gew. t. 689; Nees,Düsseid. Abbild, t. 138; Woodv. Med. pl. V. t. 21; Guimp. u. Schlecht. Pf. Pharmac. III. 72. t. 261;Blume, Bijdr. 602; Bentl. and Trim. Med. pl. III. t. 239; Müll. Arg. in P. DC. Prodr. XV. (2). 600;Kurs, For. Fl. Brit. Burma II. 374; Klotzsch in Hayne, Arzneigew. XIV. t. 3; Berg u. Schmidt, Darst.u. Beschreib, t. X VIF; Flück. and Hanb. Pharmacogr. 508; Hook. fil. Fl. Br. Ind. V. 393; Baill. Bot.med. 940. fig. 2676—2682.
Croton Jamalgota Ham. in Trans. Linn. soc. XIV. 258.
Croton Parana Ham. I. c.
Tiglium officinale Klotzsch in Nov. act. nat. cur. XIX. Suppl. I. 418, in Hayne, Arzneigew. XIV.t. 3 Text.
Purgirbaum; englisch: Till tree; französisch: Tiglium Croton.
Ein kleiner immergrüner Baum von 5—6 m Höhe, der auch zuweilen strauchartig bleibt, mit glatter,aschgrauer Kinde; nur die jüngeren stielrunden Triebe sind mit spärlicher Sternbekleidung versehen.
Die Blätter stehen auf 2—5 cm langen, schlanken, kahlen Stielen, die oberseits mit einer schwachenRegenrinne versehen sind, und sich am Grunde nur mässig verbreitern; die Spreite ist 5—10, selten bis12 cm lang und 3—5, selten bis 7 cm breit, von oblonger oder eioblonger Gestalt, zugespitzt, am Grundegerundet oder gestutzt, aber kaum herzförmig; am Grunde nahe am Blattstiele befinden sich 2 Schüssel-drüsen; sie ist dünnkrautig und wenigstens im Alter völlig kahl, deutlich dreinervig und wird ausserdemzu beiden Seiten des Mittelnerven von ca. 2—3 grösseren Seitennerven durchlaufen, die beiderseits hervor-treten; ihre Farbe ist gelblich-grün; der Rand ist mit kleinen und flachen, entfernten Sägezähnen besetzt.Die Nebenblätter sind meist kaum 2—3 mm lang, pfriemlich, mit einigen Sternhaaren besetzt und leichtabfällig.
Der Bliitlienstand ist eine lockere, gestielte, 5—9 zuweilen auch bis 15 cm lange androgyneTraube, welche wohl niemals übergipfelt wird; die schlanke, drehrunde Spindel ist nur in der frühestenJugend ganz spärlich sternhaarig bekleidet; die Deckblätter sind kaum 3 mm lang, lanzettlich pfriemlichund bleiben wie die noch kleineren, nach rückwärts am Grunde des Blüthenstieles zusammengerücktenVorblättclien längere Zeit an der Spindel sitzen. Der Blüthenstiel misst 3—5, selten bis 10 mm, er istan der weiblichen Bltithe kräftiger und mit einer dichteren Sternhaarbekleidung versehen, während der-jenige der männlichen schlanker und kahl ist; meist stehen die Blüthen einzeln, bisweilen aber werden dieVorblättchen der männlichen fruchtbar, so dass zwei- bis dreibllithige Büschel aus den Deckblättern treten.
Die männlichen Blüthen stehen entweder an dem oberen Theile des Blüthenstandes, oder der letztereträgt nur solche. Der Kelch ist grün, flach ausgebreitet, tief fünftheilig mit flach glockenförmiger Röhre;er hat etwa 2,7 — 3,2 mm im Durchmesser; die Abschnitte decken in der Knospe klappig, sie sind oblonglanzettlich, am Rande und an der Spitze dünn sternhaarig, an der Rückseite kaum dichter bekleidet, odervöllig kahl. Die lanzettlichen Blumenblätter überragen den Kelch nicht; ihre Farbe ist weiss; zuerstsind sie flach ausgebreitet, später zurückgerollt, am Grunde sind sie dicht zottig; ebenso ist der Blüthen-boden bekleidet, an dessen Rande sich 5 dottergelbe, breit eiförmige, spitze Drüsen befinden. Staub-gefässe sind 15—20 vorhanden, welche vollkommen frei sind und den Kelch überragen, auch ihre gelb-lich-grünen Fäden sind am Grunde behaart; die kleinen gelben Beutel werden durch ein sehr dickesnach aussen kielartig vorspringendes Mittelband vereinigt. Die Pollenkörner sind kugelrund, fein warzig,weisslich.