Druckschrift 
2 (1896) Die Choristopetalen. 1
Entstehung
Seite
57
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

57

II. Eeihe: Myrtiflorae Endl.

Blüthen meist aktinomorph von wirteligem Bau; Blüthentheile fast stets in Kelch und Krone gesondert,selten fehlend. Fruchtknoten in der Regel unterständig, aus 2 bis vielen Fruchtblättern aufgebaut. Blätterhäufig kreuzgegenständig oder wirtelig gestellt.

3. Familie: Myrtaceae Pers.

Die Blüthen allermeist aktinomorph, zwittrig und vollständig, selten durch Abort polygam. DerFruchtknoten ist meist ganz, seltener halb- oder noch weniger unterständig, zuweilen einfächrig, häufigeraber zwei- bis vielfächrig mit binnenwinkelständigen Samenleisten; die anatropen Samenanlagen stehenmeist zu vielen, seltener zu zwei oder einzeln an der Samenleiste, ihre Mikropyle ist nach unten gewendet.Der Kelch ist meist vier- bis fünf blättrig, seltener gelappt; die Blätter decken dachziegelig; seltener ister vor der Vollblüthe völlig geschlossen und spaltet unregelmässig auf. Blumenblätter sind meist vierbis fünf vorhanden, seltener sind durch Fehlschlag weniger, oder sie fehlen ganz; sie sind entweder allegleich oder die äusseren sind etwas grösser; in der Knospenlage decken sie dachziegelig; zuweilen bildensie eine geschlossene Mütze, die bei der Vollblüthe abgeworfen wird. Die meist sehr zahlreichen Staub-gefässe sitzen, nicht selten gebündelt, am Kelchrande und sind in der Knospe gewöhnlich nach innengebogen; die Bündel stehen meist den Blumen-, seltener den Kelchblättern gegenüber; die Staubbeutelsind meist klein, zweifächerig, am Rücken versatil aufgehängt und springen mit zwei nach innen gewen-deten Längsritzen auf; das Mittelband läuft nicht selten in eine callöse Endigung (Drüse), selten in einblattartiges Gebilde aus. Der Griffel ist einfach und endet mit einer kleinen, gestutzten, einfachen,seltener gelappten Narbe. Die mehr oder minder unterständige Frucht ist trocken und dann kapselartig,oder saftig und beerenartig; sie wird häufig vom Kelche oder dessen Röhre gekrönt; die erstere springtwenigstens an der Spitze fachspaltig-klappig auf; die einsamigen Früchte, sowie die Beeren bleiben ge-schlossen. Die Samen haben eine häutige, krustenartige oder steinharte Schale und entbehren gewöhnlichdes Nährgewebes; der Keimling ist gerade, gekrümmt oder spiralig aufgerollt mit blattartigen, dickenoder fast fehlenden Keimblättern, die flach oder gefaltet sind.

Bäume oder Sträucher, selten Halbsträucher mit aufrechten Axen und einfachen, kreuzgegenständigen,seltener spiralig angereihten, allermeist ganzrandigen, lederartigen, häufig immergrünen und deutlichpunktirten Blättern; Nebenblätter fehlen. Die Blüthen bilden kreuzgegenständige Rispen, welche zu-weilen einfachen Trauben gleichen, häufig aber deutlich in Dichasien ausgehen; seltener sind reineDichasien; sie sind end- oder seitenständig, zuweilen werden sie durch eine Laubknospe geschlossen.Deckblätter sind stets vorhanden, auch die Vorblättchen sind meist entwickelt, wenn sie auch zuweilensehr früh abfallen.

Uber 2500 Arten sind beschrieben, welche aber auf ca. 2000 zu reduciren sein dürften; sie gehörenhauptsächlich den Tropen beider Hemisphären und dem Australcontinent an.

Die drei offizineilen Myrtaceae gehören in folgende Gruppen:

A. Fruchtblätter in einfacher Reihe.

Unterfamilie I. Leptospermoideae Niedenzu. Blätter kreuzgegenständig oder spiralig angereiht:Früchte kapselartig.

1. Melaleuca Leucadendron Linn.

Berg u. Schmidt, Officiiielle Gewächse. II.

8