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V. Reihe: Geraniales Lindl,
Bliithen häufig aktinomorph, gewöhnlich flinfgliedrig, von wirteligem Bau vollständig oder unvoll-ständig, mit oberständigem Fruchtknoten und doppelter, in Kelch und Krone gesonderter, oder einfacher,kelchartiger, selten fehlender Hülle. Staubgefässe in Zahl und Vertheilung sehr mannigfaltig. Frucht-blätter gewöhnlich in geringer, selten in der Vielzahl, zu einem geschlossenen Fruchtknoten verbunden,später aber häufig von einander gelöst, gewöhnlich mit wenigen, oft nur mit einer bis zwei Samenanlagenin einem Fache, die von anatroper Form sind und hängend eine ventrale Raphe besitzen.
6. Familie: Euphorbiaceac St. Hil.
Die Blüthen sind stets eingeschlechtlich und zwar einhäusig oder zweihäusig, gewöhnlich aktinomorph,nur selten ein wenig zygomorph. Die Blüthenhülle ist meist entweder einfach oder sie fehlt völlig, nurselten ist Kelch und Blumenkrone entwickelt, bisweilen ist die Hülle in männlichen und weiblichen Blüthenverschieden ausgebildet; gewöhnlich ist sie kelchartig, entweder verwachsenblättrig mit klappiger oderdachziegeliger Deckung der Zipfel oder ihre Theile sind bis zum Grunde frei und decken breit dachziegel-förmig; ist die Blumenkrone vorhanden, dann sind ihre Glieder klein und schuppenförmig oder sie über-ragen bei bedeutender Länge den Kelch und sind dann manchmal auffallend gefärbt. Die männlichenBlüthen besitzen am Grunde in der Regel eine honigabsondernde Scheibe oder mehrere einzelne drüsen-artige Gebilde. Die Zahl der Staubgefässe ist sehr verschieden, bald finden sich sehr viele (bei Ricinusmehrere Hundert bis an die Tausend), bald sind nur wenige da, die bei Gleichzahl mit den Blüthenhvill-blättern wechseln, bald noch weniger als die letzteren, bald nur ein einziges; die Fäden sind frei oderin verschiedener Weise am Grunde verbunden. Die Beutel sind dithecisch und springen in mannigfacherWeise, am häufigsten aber mit Längsspalten auf. In den beobachteten Fällen sind die Pollenkörnerkugelförmig oder ellipsoidisch und von 3 Meridionalfalten durchlaufen, in denen die Keimporen liegen.Ein Stempelrest ist in manchen Fällen wahrnehmbar. Die weiblichen Blüthen besitzen zuweilen Stami-nodien, ohne dass aber dieses Vorkommen selbst für eine Gattung constant zu sein braucht. Die honig-absondernde Scheibe ist häufiger ring-, polster- oder becherförmig ausgebildet. Der Fruchtknoten istallermeist sitzend, normal dreifächrig, doch kommen auch andere Zahlenverhältnisse von einzelnen bis zusehr vielen Fächern vor. Der Griffel ist sehr mannigfach gestaltet, typisch trägt er 3 Aste, diebisweilen fast oder ganz getrennt und häufig gespalten sind, anderseits aber sind sie auch manchmalhoch zu einem Säulen- oder schirmförmigen Körper vereint. Die Samenanlagen finden sich stets nureinzeln oder gepaart in jedem Fache; sie sind anatrop, aufsteigend dem Binnenwinkel der Fächer an-geheftet; die Raphe liegt fast stets ventral, die Mikropyle ist nach oben und aussen gewendet. DieFrucht ist typisch eine dreifächrige Kapsel, welche durch Spaltung der Scheidenwände und durchLösung von einer bleibenden Mittelsäule in 3 Kokken zerfällt; jede der letzteren springt fachtheiligauf; häufig ist die Fruchthaut in eine äussere, dünne oder lederartige und in eine härtere, krusten-förmige oder holzige, innere differenzirt, die sich bisweilen von einander trennen; die Spannung, welcheder Sonderung und dem Aufspringen vorangeht, bewirkt nicht selten ein elastisches Aufspringen derFrüchte, deren Theile dann weit fortgeschleudert werden; neben den Kapseln finden sich auch seltenBeeren oder Steinfrüchte, welche nicht aufspringen. Die Samen sind entweder gleichzählig mit den An-lagen oder sie werden durch Fehlschlag in der Zahl vermindert; eine schon an dem Samenstrang oftbemerkbare Wucherung, die sich Uber die Mikropyle legt und bei der Pollinisation eine Rolle spielt, erzeugt